Misereor fordert mutigere Energie- und Umweltpolitik

Misereor fordert mutigere Energie- und Umweltpolitik

Das katholische Hilfswerk Misereor hat von der Bundesregierung und der EU eine mutigere Energie- und Umweltpolitik gefordert. In Deutschland und in der Welt sei eine spürbare Wende nötig, "wenn unser Erdplanet zukunftsfähig und die Lebensgrundlagen aller Menschen gesichert werden sollen", sagte Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel am Donnerstag bei der Vorstellung der Misereor-Jahresbilanz in Köln. "Deutschland und die meisten anderen Länder dieser Erde hinken - trotz einiger Fortschritte - weit hinter ihren selbst gesteckten Zielen hinterher", kritisierte er.

Nötig sei eine Neuausrichtung des bisherigen Wirtschafts- und Gesellschaftsmodells, das seit Jahrzehnten der These hinterherlaufe, dass Steuerungerechtigkeit, Deregulierung von Arbeits- und Produktionsmärkten und eine ungeregelte Globalisierung mehr Wohlstand für alle brächten. Diese Idee sei jedoch spektakulär gescheitert, betonte Spiegel.

Auch der Vorsitzende der katholischen Zentralstelle für Entwicklungshilfe, Prälat Karl Jüsten, forderte ein umfassenderes, kohärenteres Denken in Deutschland: "Ich würde mich freuen, wenn alle Politikfelder einer Klimaprüfung unterzogen würden", sagte Jüsten. Er lobte zudem die künftige EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) dafür, dass sie bis 2030 eine Reduzierung der Treibhausgase um die Hälfte durchsetzen wolle. Es bleibe aber abzuwarten, ob ihr das gelinge.

Misereor nahm den Angaben zufolge im Jahr 2018 einschließlich der Gelder aus Mitteln des Bundesentwicklungsministeriums rund 232 Millionen Euro ein. Davon stammten 57 Millionen aus Spenden und Kollekten. Im Vergleich zum Vorjahr gingen die Spenden damit zurück (2017: 63 Millionen). Das sei aber im Rahmen der üblichen Schwankungen, erläuterte Spiegel: "Im vergangenen Jahr gab es zum Glück keine großen humanitären Katastrophen, in deren Folge zumeist mehr Spenden bei uns eingehen."

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