Literaturpreise für Thomas Macho und Daniela Strigl

Literaturpreise für Thomas Macho und Daniela Strigl

Der Wiener Kulturwissenschaftler und Philosoph Thomas Macho erhält den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa 2019. Der Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay 2019 geht an die Wiener Literaturwissenschaftlerin und Kritikerin Daniela Strigl, wie die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Freitag in Darmstadt mitteilte. Beide Preise sind mit je 20.000 Euro dotiert und werden zusammen mit dem Georg-Büchner-Preis am 2. November im Staatstheater Darmstadt verliehen.

Thomas Macho (67) war bis 2016 Professor für Kulturgeschichte an der Berliner Humboldt-Universität und leitet seitdem das Internationale Forschungszentrum Kulturwissenschaften der Kunstuniversität Linz in Wien. Sein weitgespanntes Werk habe der Disziplin zu neuem Glanz verholfen, lobte die Jury. Das thematische Spektrum seiner Bücher und Essays reiche von der Kultur des Todes über das Verhältnis von Mensch und Tier bis hin zu Fragen von Schmerz, Schönheit und Gnosis. Dabei gingen seine erzählerischen Fähigkeiten nie auf Kosten von theoretischem Einfallsreichtum und begrifflicher Präzision. Zu Machos Publikationen zählen: "Das Leben ist ungerecht" (2010), "Schweine. Ein Portrait" (2015 und "Das Leben nehmen. Suizid in der Moderne" (2017). Er ist Preisträger der Aby-Warburg-Stiftung Hamburg (2001).

Daniela Strigl (55) lehrt seit 2007 am Institut für Germanistik der Universität Wien. Sie gehörte unter anderem der Jury des Ingeborg-Bachmann-Preises, des Deutschen Buchpreises und des Preises der Leipziger Buchmesse an. Als Autorin veröffentliche sie zahlreiche Literaturkritiken in überregionalen deutschen und österreichischen Medien, unter anderem in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", im "Standard" und den beiden Wochenzeitungen "Die Zeit" und "Die Furche". Zu ihren bekanntesten Buchveröffentlichungen zählen Biografien über Marlen Haushofer "Wahrscheinlich bin ich verrückt..." (2009) und Marie von Ebner-Eschenbach "Berühmt sein ist nichts" (2016). Strigl wurde vielfach ausgezeichnet, etwa mit dem Österreichischen Staatspreis für Literaturkritik (2001) und dem Alfred-Kerr-Preis (2013).

Der Freud-Preis und der Merck-Preis werden seit 1964 von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung verliehen. Die Auszeichnungen werden von der Entega-Stiftung beziehungsweise dem Pharmaunternehmen Merck in Darmstadt finanziert. Zu den Freud-Preisträgern gehören unter anderen Carl Friedrich von Weizsäcker (1988), Karl Schlögel (2004), der Ägyptologe Jan Assmann (2016) und zuletzt der Lüneburger Kunsthistoriker und Publizist Wolfgang Kemp (2018). Den Merck-Preis erhielten unter anderen Sebastian Haffner (1980), Silvia Bovenschen (2000), Karl-Markus Gauß (2010) und zuletzt der Autor und Übersetzer Martin Pollack (2018).

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