Vatikan: Gräberöffnung am Petersdom kein Schuldeingeständnis

Vatikan: Gräberöffnung am Petersdom kein Schuldeingeständnis

Nach der vorerst gescheiterten Suche nach einem vor 36 verschwundenen Mädchen hat der Vatikan Spekulationen zurückgewiesen, die Öffnung zweier Gräber auf dem deutschen Friedhof am Petersdom stelle ein Schuldeingeständnis dar. Die von der Vatikanjustiz angeordnete Maßnahme sei ein Zeichen guten Willens gegenüber der Familie der verschwundenen Emanuela Orlandi, betonte der päpstliche Mediendirektor Andrea Tornielli am Freitag auf der offiziellen Internetseite "Vatican News". Die Gräberöffnung sei "kein Eingeständnis einer möglichen Beteiligung am Verbergen einer Leiche".

Die Öffnung zweier Gräber deutscher Adliger aus dem 19. Jahrhundert hatte am Donnerstag keine Ergebnisse gebracht. Sie war auf Bitten der Familie der Verschwundenen erfolgt, nachdem diese einen anonymen Hinweis erhalten hatte.

Die Tatsache, dass sich weder Knochen noch Urnen in den Gräbern befanden, hatte überdies Spekulationen über den Verbleib der menschlichen Überreste der dort Bestatteten hervorgerufen. Tornielli äußerte die Vermutung, die Überreste der beiden Prinzessinnen könnten beim Neubau des deutschen Priesterkollegs, das direkt an die beiden Gräber angrenzt, in den 1960er Jahren an einen anderen Ort gebracht worden sein.

1983 war die damals 15-jährige Emanuela Orlandi vom Musikunterricht nahe der Piazza Navona nicht nach Hause gekommen. Das Verschwinden der Vatikan-Bürgerin war in der Vergangenheit immer wieder Anlass für Verschwörungstheorien bis hin zu der Mutmaßung, sie sei gemeinsam mit einem römischen Mafia-Boss in einer Kirche in der römischen Altstadt begraben.

Ihre sterblichen Überreste wurden zuletzt unter dem Boden der Vatikanbotschaft in Rom vermutet, nachdem dort im vergangenen Herbst bei Bauarbeiten Knochen entdeckt worden waren. DNA-Tests indes widerlegten den Verdacht. Die Knochen stammten aus der Antike.

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