Studie: Europas TV-Markt durch Vielzahl kleiner Sender geprägt

Studie: Europas TV-Markt durch Vielzahl kleiner Sender geprägt

Der europäische Fernsehmarkt ist einer Studie zufolge durch eine Vielzahl von Sendern mit kleinen Marktanteilen geprägt. Vier von fünf TV-Sendern verfügten im Untersuchungsjahr 2017 über einen Marktanteil von höchstens zwei Prozent, wie die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle des Europarats in Straßburg am Montag bekanntgab. Demnach nahm der Konzentrationsgrad auf den nationalen Märkten, was die erreichten Zuschauer anging, zwischen 2012 und 2017 zum Teil deutlich ab. Untersucht wurden rund 40 Fernsehmärkte, wobei auch einzelne Sprachgruppen wie die Deutschsprachigen Schweizer als eigene Märkte angesehen wurden.

Auf den meisten TV-Märkten besaßen Akteure aus dem Ausland laut Studie eine beträchtliche Marktmacht und stellten teilweise sogar die nationalen Konkurrenten "deutlich in den Schatten". So seien 2017 auf 26 Märkten mehr als 20 Prozent der Zuschaueranteile auf ausländische Akteure entfallen, in zehn Fällen davon sogar über 50 Prozent der Anteile.

Besonders große Anteile auf den europäischen Fernsehmärkten verzeichneten dabei US-amerikanischer Gruppen. Diese waren zudem auf einer Vielzahl von Märkten aktiv, so etwa die Discovery-Gruppe auf 26 und Walt Disney auf 23 Märkten. Die europäische Gruppe mit der stärksten internationalen Ausrichtung war der Informationsstelle des Europarats zufolge Bertelsmann mit Aktivitäten in 14 verschiedenen Gebieten.

Ein nicht unwesentlicher Anteil an den TV-Märkten entfiel der Studie zufolge auf öffentlich-rechtliche Mediengruppen. Sie seien vor allem im Inland erfolgreich. Betrachtet man die europaweiten Marktanteile, so zählten 2017 sieben der 20 erfolgreichsten Mediengruppen zu den Öffentlich-Rechtlichen, darunter ARD und ZDF. Angeführt wurde die Reihe der erfolgreichsten Gruppen von der russischen Gazprom mit einem europäischen Zuschaueranteil von 5,5 Prozent, vor Bertelsmann (4,8 Prozent) und Mediaset aus Italien (4,3 Prozent).

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