Kritik an Bundeswehr-Werbung - Verteidigungsministerium: "überwiegend positive Kommentaren"

umstrittene Werbekampagne der Bundeswehr, "Gas, Wasser, Schießen" ist die Wortwahl einer aktuellen Kampagne, um Freiwillige zu rekrutieren

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umstrittene Werbekampagne der Bundeswehr - "Gas, Wasser, Schießen" ist die Wortwahl einer aktuellen Kampagne, um Freiwillige zu rekrutieren

Kritik an Bundeswehr-Werbung - Verteidigungsministerium: "überwiegend positive Kommentaren"
Eine aktuelle Werbekampagne der Bundeswehr stößt auf scharfe Kritik bei der evangelischen Kirche. Das Bundesverteidigungsministerium derzeit keinen Handlungsbedarf.

"Unsere derzeitige 'Handwerkerkampagne' will Interesse am Arbeitgeber Bundeswehr wecken", erklärte ein Ministeriumssprecher dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Freitag. Die Werbung laufe crossmedial bis Ende Juli. Der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, hatte zuvor gefordert, die Kampagne mit dem Slogan "Gas, Wasser, Schießen" zu stoppen. 

"Ich finde es empörend und völlig unangemessen, mit dem Slogan 'Gas, Wasser, Schießen' Handwerker für die Bundeswehr zu suchen", erklärte Brahms. "Das Wort Gas im Zusammenhang mit Schießen und Militär lässt wenig Fingerspitzengefühl und geschichtliches Bewusstsein bei den Verantwortlichen erkennen", kritisierte der leitende Theologe der Bremischen Evangelischen Kirche. 

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Es seien deutsche Soldaten gewesen, die im Ersten Weltkrieg 1915 erstmals Gas in einem Krieg eingesetzt hätten. Und in den Gaskammern der Konzentrationslager seien während des Zweiten Weltkrieges Millionen Menschen umgekommen. "Hier wäre eine andere Wortwahl mit Sicherheit angebrachter gewesen", erklärte der evangelische Theologe.

Der Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte, sein Haus verfolge die Diskussionen und die "weit überwiegend positiven Kommentare" mit Interesse. "Natürlich wollen wir dass sie (die Kampagne, Anm. d. Red.) auffällt und unsere Botschaft transportiert: Die Streitkräfte haben einen sehr großen Bedarf an Fachkräften im technischen und handwerklichen Bereich", erklärte er. "So suchen wir allein 1.000 Frauen und Männer, die beispielsweise gelernte Elektriker, Mechaniker oder auch Gas-Wasser-Installateure sind."

Vor allem im Internet gibt es seit Tagen heftige Kritik an der Kampagne. Der SPD-Politiker Karl Lauterbach bezeichnete sie per Kurznachrichtendienst Twitter als "dumm und peinlich". Es liege doch auf der Hand, dass sie Assoziationen zum Gaskrieg wecke, schrieb Lauterbach Mitte der Woche.