Stiftung fordert Ende der Genitalverstümmelung

Genitalverstümmelung

Foto: Sven Torfinn/laif

In Afrika werden verschiedene Messer und Taschenmesser zur Frauenbeschneidung und Genitalverstümmelung verwendet.

Stiftung fordert Ende der Genitalverstümmelung
Internationaler Tag gegen die brutale Praxis
Rund 200 Millionen Mädchen und Frauen leiden unter einer Genitalverstümmelung. Der blutige Eingriff raubt den Opfern ihre Würde, gefährdet ihre Gesundheit, verursacht unnötige Schmerzen und führt auch zum Tod.

UN-Generalsekretär António Guterres hat dazu aufgerufen, weltweit stärker gegen Genitalverstümmelungen von Mädchen und jungen Frauen vorzugehen. Genitalverstümmelung sei eine abscheuliche Verletzung der Menschenrechte, hieß es in einer am Dienstag in Genf verbreiteten Erklärung des UN-Generalsekretärs.

Die brutale Praxis raube den Opfern ihre Würde, gefährde ihre Gesundheit, verursache unnötige Schmerzen und führe auch zum Tod. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Genitalverstümmelung am Mittwoch betonte Guterres, dass die UN das Ziel ausgegeben hätten, dass die blutige Praxis bis spätestens 2030 abgeschafft sein müsse. Diskriminierung und Machtlosigkeit der Frauen in vielen Ländern machten die Verstümmlung erst möglich.

Keinerlei medizinische Rechtfertigung

Laut der Deutsche Stiftung Weltbevölkerung leiden rund 200 Millionen Mädchen und Frauen an den Eingriffen. Geschäftsführerin Renate Bähr sagte, die Praxis sei vor allem in geburtenstarken Ländern in Afrika verbreitet. Viele Mädchen seien bei dem Eingriff meist nicht einmal 15 Jahre alt. Etliche Länder hätten Gesetze erlassen, die Genitalverstümmelung verbieten oder einschränken. Doch Regierungen klärten bislang zu selten über diese Gesetze auf oder kontrollierten kaum deren Umsetzung, kritisierte Bähr.

Bei der Genitalverstümmelung werden Klitoris oder Schamlippen teilweise oder vollständig entfernt - meist ohne Narkose und mit einfachen Hilfsmitteln wie Glasscherben oder Rasierklingen. Die betroffenen Frauen und Mädchen leiden häufig lebenslang unter den Folgen - etwa durch Infektionen, Blutungen und Komplikationen bei der Geburt. Viele sterben daran. Die Weltgesundheitsorganisation hob hervor, dass es keinerlei medizinische Rechtfertigung für die Verstümmelung gebe.

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ziel der Arbeit ist nach eigenen Angaben, allen Menschen den Zugang zu Sexualaufklärung und Verhütung zu ermöglichen.

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