Afghanische Kinder nach Rückkehr nicht sicher

Nach Afghanistan zurückgekehrte Kinder erwartet nach Angaben der Kinderschutzorganisation "Save the Children" ein ungewisses Schicksal.

© epd-bild / Stefan Trappe

Im Jahr 2008 konnten Kinder in Kunduz noch eine Schule besuchen. Nach ihrer Rückkehr von der Flucht nach Europa droht Ihnen eine "Rückkehr ins Ungewisse" ohne Schulbesuch und Sicherheit.

Afghanische Kinder nach Rückkehr nicht sicher
Nach Afghanistan zurückgekehrte Kinder erwartet nach Angaben der Kinderschutzorganisation "Save the Children" ein ungewisses Schicksal. Afghanistan sei kein sicheres Land für sie, heißt es in dem Report "Rückkehr ins Ungewisse", den die Organisation am Dienstag in Berlin vorstellte. Das Kindeswohl werde in materieller, physischer, rechtlicher und psychosozialer Hinsicht verletzt.
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Nach einer Rückkehr nach Afghanistan seien viele Kinder und Jugendlichen auf sich gestellt und könnten den Schulbesuch nicht fortsetzen, Jungen würden von bewaffneten Gruppierungen bedrängt. Für den Bericht hatten Mitarbeiter von "Save the Children" in Afghanistan, Norwegen und Schweden fast 60 Kinder, deren Eltern und Interessenvertreter befragt. Außerdem hat die Organisation nach eigenen Angaben mit verantwortlichen Behörden in der EU, Deutschland und Afghanistan gesprochen sowie mit Vertretern von Nichtregierungsorganisationen. Das Ergebnis sei somit "ein breitgefächertes Bild über das, was Kinder vor und während der Rückkehr erwartet", hieß es.

Mehr als die Hälfte der befragten Mädchen und Jungen berichtete laut dem Report über Nötigungs- und Gewalterfahrungen im Rahmen des Rückkehrprozesses. Nach ihrer Ankunft im Land seien die Kinder fast vollständig auf sich allein gestellt gewesen. Sehr wenige von ihnen hätten einen Schulplatz, viele wiesen Symptome von Diskriminierung, Unsicherheit und depressiven Störungen auf. Die große Mehrzahl wolle zurück nach Europa.



"Save the Children" schlussfolgerte aus der Analyse, dass keine Rückkehr von Kindern und Jugendlichen nach Afghanistan stattfinden dürfe, solange sich die dortige Sicherheitslage nicht grundlegend verbessert. Auch sollte die Bundesregierung Afghanistan von der Liste der Länder streichen, für die freiwillige Rückkehrprogramme angeboten werden. Komme es zur Rückkehr von Kindern und Jugendlichen dorthin, müsse entsprechend der UN-Kinderrechtskonvention Unterstützung vor, während und nach der Rückkehr sichergestellt werden.

Nach Angaben der europäischen Statistikbehörde Eurostat kehrten im vergangenen Jahr 4.260 Menschen aus der EU nach Afghanistan zurück. Nach Einschätzung von "Save the Children" steht zu befürchten, dass diese Zahl aufgrund des allgemeinen politischen Drucks noch steigen wird.

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