Millionenschaden: Brand in Bamberger Flüchtlingszentrum

Blick auf die Ankunfts- und Rückführungseinrichtung für Asylbewerber aus Balkan-Länder auf dem ehemaligen Gelände der US Army.

Foto: Nicolas Armer/dpa

In einem Gebäude einer Flüchtlingsunterkunft für Asylbewerber aus Balkan-Ländern auf dem ehemaligen Gelände der US Army ging der Dachstuhl in Flammen auf. Die Bewohner konnten sich rechtzeitig retten. (

Beim Brand in einer Bamberger Flüchtlingsunterkunft ist am Samstag ein Schaden von rund zwei Millionen Euro entstanden. Wie ein Sprecher der Polizei dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte, wurden etwa 150 Menschen aus dem Gebäude evakuiert, das zu einem sogenannten Ankerzentrum gehört. Drei Feuerwehrmänner wurden durch herabstürzende Teile leicht verletzt. Die Ursache des Brandes war bis Sonntagmorgen unklar. Die Polizei ging allerdings nicht von "Einwirkungen von außen" aus.

Den Angaben zufolge war der Brand gegen 13 Uhr vom Sicherheitsdienst bemerkt und gemeldet worden, gut zwei Stunden später war er unter Kontrolle. Die Löscharbeiten dauerten allerdings noch bis zum späten Nachmittag. Insgesamt waren rund 150 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, THW und Rettungsdiensten vor Ort.

Das Gebäude sei nicht mehr bewohnbar, die 150 Asylsuchenden würden nun auf andere Gebäude verteilt, hieß es. Derzeit leben ungefähr 1.400 Personen im Bamberger Ankerzentrum, das jedoch über mehr Kapazitäten verfügt. 


Die Rauchsäule des Großbrandes war den Angaben zufolge weithin sichtbar. Die Einsatzkräfte forderten deswegen die Anwohner in der näheren Umgebung auf, wegen der starken Rauchentwicklung ihre Fenster und Türen geschlossen halten. 

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) dankte vor Ort den Einsatzkräften und zeigte sich erleichtert: "Dass heute nichts Schlimmeres passiert ist, haben wir insbesondere auch dem privaten Sicherheitsdienst der Einrichtung zu verdanken."

Die sogenannten Ankerzentren ("Ankunft, Entscheidung, Rückführung") wurden am 1. August in Betrieb genommen - es handelt sich an allen sieben Orten um Umbenennungen von bereits vorher bestehenden Transitzentren oder Erstaufnahmeeinrichtungen. Schwerpunkt der Anker-Zentren ist "die Zusammenarbeit aller Behörden vor Ort", um die Asylverfahren zu beschleunigen. Sie sind nicht unumstritten und werden von Kritikern unter anderem als "Abschiebelager" bezeichnet.