Suizid: Mehr Hilfen für Gefährdete und Hinterbliebene gefordert

Hand mit Pflaster und Gänseblümchen

Foto: Gama5/iStockphoto/Getty Images

Psychiater Reinhard Lindner ist der Meinung, dass das Tabu, über Suizide zu sprechen, gebrochen werden muss.

Suizid: Mehr Hilfen für Gefährdete und Hinterbliebene gefordert
In Deutschland gibt es nach Ansicht des Psychiaters Reinhard Lindner noch immer "viel zu wenig spezielle Angebote für Suizidgefährdete".

Institutionalisierte Hilfen für Hinterbliebene seien ebenfalls kaum existent, kritisierte der Psychiater und Psychotherapeut von der Universität Kassel am Donnerstag in Berlin anlässlich des Welttags der Suizidprävention am 10. September.

Es finde bei weitem nicht jeder gefährdete Mensch Angebote, die ihm in seiner psychischen Situation weiterhelfen, sagte Lindner. Um das zu ändern, "braucht es verstärkt bürgerschaftliches Engagement". Auch müsse das Tabu, über Suizide zu sprechen, gebrochen werden.

Es habe aber auch Fortschritte gegeben, sagte die Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention, Barbara Schneider. Das Gesundheitsministerium fördere mittlerweile Forschungsprojekte zur Suizidprävention mit 3,5 Millionen Euro. Damit sollen bestehende Hilfskonzepte wissenschaftlich bewertet und Konzepte zur Verhinderung von Suiziden entwickelt werden.

2015 starben in Deutschland laut Statistischem Bundesamt mehr als 10.000 Menschen durch Suizid. Weit über 100.000 Menschen versuchten 2015, sich das Leben zu nehmen, in den vergangenen zehn Jahren waren es weit mehr als eine Million. Damit kommen in Deutschland jedes Jahr mehr Menschen durch Suizid ums Leben als durch Verkehrsunfälle, Gewalttaten und illegale Drogen zusammen.

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