Trump legt nach im Streit um US-Pastor in der Türkei

Im Konflikt um den in der Türkei unter Hausarrest stehenden amerikanischen Pastor Andrew Brunson hat US-Präsident Donald Trump seinen Druck bekräftigt. Die Türkei verhalte sich nicht wie ein Freund, sagte Trump am Freitag (Ortszeit) in Washington. "Sie halten einen wunderbaren christlichen Pastor fest." Die USA würden das nicht hinnehmen. An Reporter gewandt erklärte Trump: "Sie werden also sehen, was passiert".

Bereits am Donnerstag hatte Finanzminister Steven Mnuchin gewarnt, die USA hätten noch Schritte in der Hinterhand, wenn Brunson nicht schnell freigelassen werde. Die US-Regierung hat bereits Sanktionen gegen den türkischen Innenminister Süleyman Soylu und gegen Justizminister Abdülhamit Gül verhängt sowie Strafzölle für Stahl und Aluminium eingeführt.

Brunson wurde im Oktober 2016 festgenommen. Ihm werden Spionage und die Unterstützung terroristischer Organisationen vorgeworfen. Ende Juli hat ein Gericht seine Untersuchungshaft in Hausarrest umgewandelt.



Der Pastor aus North Carolina lebte und arbeitete seit rund zwei Jahrzehnten in der Türkei und betreute eine Gemeinde in Izmir. Brunson gehört den nach eigenen Angaben 600 Gemeinden und ungefähr 145.000 Mitgliedern zählenden "Evangelikalen Presbyterianischen Kirchen" an. Der 1981 gegründete Kirchenzusammenschluss beruft sich insbesondere auf die Theologie des Reformators Johannes Calvin.