Johanniter zu Rechtsrittern geschlagen

Johanniter zu Rechtsrittern geschlagen
Im internationalen geistlichen Zentrum des Johanniterordens im mittelhessischen Butzbach-Nieder-Weisel sind am Samstag 74 Ordensmitglieder zu Rechtsrittern geschlagen worden. Die Männer stammten aus den 18 deutschen und fünf ausländischen Genossenschaften beziehungsweise Kommenden, sagte der Pressesprecher des Ordens, Stefan A. Beck, dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Die ausländischen Einheiten bestehen aus den Ländern Frankreich, Finnland, Ungarn, Österreich und Schweiz. Der Ritterschlag findet weltweit einmal im Jahr in der romanischen Komturkirche in Nieder-Weisel statt.

In dem Festgottesdienst nahm der Herrenmeister des Johanniterordens, der Historiker Oskar Prinz von Preußen, den Ritterschlag vor. Dazu knieten die Kandidaten nach den Worten von Beck vor dem Altar, erhielten den schwarzen Ordensmantel und das achtspitzige Ordenskreuz umgelegt und wurden mit dem Ordensschwert auf die Schultern geschlagen. Außerdem ernannte der Herrenmeister zwei Ehrenkommendatoren. Der Gottesdienst und die Predigt wurden von dem Ordensdekan des Johanniterordens, dem Berliner Theologieprofessor Christoph Markschies, gehalten. Am Sonntag schließt sich die jährliche Tagung des "Erweiterten Kapitels", des höchsten Organs des Johanniterordens, an.



Dem Johanniterorden mit Sitz in Berlin gehören nach Becks Angaben weltweit rund 4.100 Ehren- und Rechtsritter an. Ihre Zahl sei im vergangenen Jahr durch Todesfälle um 30 gesunken. An der Spitze steht seit 1999 Oskar Prinz von Preußen als Herrenmeister. Der Orden steht Männern aus allen Berufen und sozialen Schichten offen, die sich zum evangelischen Glauben bekennen und für den sozialen Dienst bereit sind. Kandidaten werden von Ordensmitgliedern angesprochen. Sie müssen sich zunächst als Anwärter bewähren und werden in der Regel nach sieben Jahren zum Ehrenritter berufen. Erst der Ritterschlag macht sie zu Rechtsrittern.

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