Polenz: Abschottung nicht mit christlicher Verantwortung vereinbar

Der frühere CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz hält eine Abschottung in der Flüchtlingspolitik nicht mit christlicher Verantwortung vereinbar.

Foto: epd-bild / Kristina Schäfer

Der frühere CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz hält es für eine Verpflichtung, wenn es um die weltweite Gerechtigkeit und den Beistand für Menschen in Not gehe.

Der frühere CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz hält eine Abschottung in der Flüchtlingspolitik nicht mit christlicher Verantwortung vereinbar. Das "C" für "christlich" in den Parteinamen von CDU und CSU dürfe nicht allein beim Schutz des ungeborenen Lebens und der Stammzellforschung ernst genommen werden, sagte Polenz dem Internetportal "Kirche + Leben" der gleichnamigen Wochenzeitung im Bistum Münster.

Es sei ebenso eine Verpflichtung, wenn es um die weltweite Gerechtigkeit und den Beistand für Menschen in Not gehe. Der CDU-Politiker aus Münster würdigte die Integrationsarbeit der bayerischen Landesregierung als "vorbildlich". Daher sei er erstaunt, warum die CSU diesen Erfolg nicht stärker in den Vordergrund stelle, sagte Polenz. Stattdessen werde gerade in Berlin der Eindruck erweckt, dass es in der Flüchtlingspolitik eine "Tür-zu-Position" gebe.

Innenminister Horst Seehofer (CSU) droht im unionsinternen Asylstreit damit, im Alleingang Flüchtlinge zeitnah, die bereits in einem anderen EU-Land einen Asylantrag gestellt haben, an der deutschen Grenze zurückzuweisen. Darüber wollte er am Montag mit dem CSU-Vorstand beraten. Führende CSU-Politiker wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatten die Initiative Seehofers begrüßt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will in der Frage auf einem EU-Gipfel Ende Juni mit den EU-Partnern verhandeln.

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