Offensive auf Hafenstadt im Jemen: Hilfswerke befürchten Hungersnot

Drohende Hungersnot in jemenitischer Hafenstadt Hodeida wo sich mit Beginn der Offensive auf die jemenitische Hafenstadt Hodeida eine Katastrophe für die Bevölkerung abzeichnet.

Foto: Mohammed Mohammed/XinHua/dpa

Ein Kind erhält von einer internationalen Hilfsorganisation in der jemenitische Hafenstadt Hodeida etwas zu Essen.

Mit Beginn der Offensive auf die jemenitische Hafenstadt Hodeida zeichnet sich nach Einschätzung von Hilfsorganisationen eine Katastrophe für die Bevölkerung ab.

Die Bombardements ließen unzählige Tote befürchten, warnten Care Deutschland und "Save the Children" am Mittwoch. Zudem drohe eine Hungersnot für Millionen Menschen, wenn der wichtigste Importhafen für Lebensmittel lahmgelegt werde.

Die Versorgung drohe damit zusammenzubrechen, erklärte Care-Generalsekretär Karl-Otto Zentel. "Wir sind sehr besorgt, dass Teile der Bevölkerung im Land nun eine Hungersnot erleben könnten." Schon jetzt seien die Menschen in dem Bürgerkriegsland am Ende ihrer Kräfte. "Der Angriff auf die Hafenstadt Hodeida, das wichtigste Zentrum für Importe, ist eine Schreckensnachricht, die jetzt alle aufrütteln muss, die Einfluss auf die Kriegsparteien nehmen können."

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Bei der Offensive der Regierungstruppen auf die von Huthi-Rebellen gehaltene 400.000-Einwohner-Stadt könnten allein dort mehr als 250.000 Menschen ihre Lebensgrundlage verlieren, warnte Care mit Blick auf Schätzungen der UN. Allein am Morgen habe es binnen einer halben Stunde mehr als 30 Luftangriffe gegeben. "Diese Berichte bestätigen unsere schlimmsten Befürchtungen", sagte Zentel. "Der Angriff bedeutet Todesgefahr für unzählige Anwohner."

Zigtausende Familien und Kinder könnten im Kreuzfeuer gefangen sein, ohne Chance zu entkommen, mahnte Tamer Kirolos von "Save the Children". Humanitäre Hilfe und medizinische Versorgung könnten sie dann ebenfalls nicht mehr erreichen. Mit der drohenden Schließung des Hafens von Hodeida rücke eine katastrophale Hungersnot mit Hunderttausenden Opfern in greifbare Nähe. Im Jemen sind nach UN-Angaben bereits jetzt mehr als 22 Millionen der rund 28 Millionen Einwohner auf humanitäre Hilfe angewiesen.