Jesus nicht weichspülen

Jesus nicht weichspülen
Die evangelische Theologin Margot Käßmann hat dazu aufgefordert, die Bibel radikaler zu lesen. "Wir können Jesus nicht weichspülen", sagte die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) der "Bild am Sonntag". Als Beispiel nannte sie Jesu Ermahnung zur Feindesliebe. Das Christentum habe sich zwar immer wieder verführen lassen, Gewalt zu legitimieren. "Aber wenn man Jesus und seine Worte anguckt, kann man keine Legitimation von Gewalt aus dem Neuen Testament herauslesen", sagte Käßmann, die am Sonntag ihren 60. Geburtstag feierte.

Käßmann, die als erste Frau an der Spitze der EKD stand, beendet Ende Juni ihren Dienst und verabschiedet sich in den Ruhestand. Für den 30. Juni ist ein Abschiedsgottesdienst in Hannover geplant. Zuletzt war die prominente Theologin als Botschafterin für das 500. Reformationsjubiläum im Einsatz. Käßmann hat angekündigt, sich im Ruhestand mindestens für einige Zeit ins Privatleben zurückzuziehen.



Margot Käßmann wurde 1958 als Tochter eines Kfz-Mechanikers und einer Krankenschwester geboren. Nach Theologie-Studium und Vikariat arbeitete sie für den Ökumenischen Rat der Kirchen, die Evangelische Akademie Hofgeismar und als Generalsekretärin für den Deutschen Evangelischen Kirchentag. 1999 wurde sie zur Bischöfin der hannoverschen Landeskirche gewählt. 2009 wurde sie Ratsvorsitzende der EKD, blieb dies aber nur wenige Monate bis zu ihrem Rücktritt von allen kirchlichen Ämtern, nachdem sie unter Alkoholeinfluss Auto gefahren war.

Mit ihren Publikationen wurde die Theologin über die Kirche hinaus bekannt, insbesondere mit dem Buch "In der Mitte des Lebens", in dem sie ihre Erfahrungen mit der eigenen Brustkrebserkrankung schildert. Käßmann hat vier Töchter und ist auch bereits Großmutter. Sie freue sich auf Zeit mit der Familie, sagte sie mit Blick auf den Ruhestand.

Meldungen

Top Meldung
Jesus Familie in Käfigen der Grenzsicherheitsbehörde ICE eingesperrt als Protest gegen Trumps Einwanderungpolitik.
Mit einer ungewöhnlichen Weihnachtskrippe prangert die Claremont-Methodistenkirche unweit von Los Angeles die US-Einwanderungspolitik an.