Wirbel in Uganda: Steuern auf Bibeln und Korane dementiert

Dick Namoso beim Gottesdienst

Foto: Sven Torfinn/laif

Familie Namoso ließt im Neuen Testament beim Gotteszdinest in Mbale in Uganda.

Müssen Gläubige in Uganda künftig Mehrwertsteuer auf Bibeln, Korane und Gesangbücher bezahlen? Ein Zeitungsbericht empörte die Religionsgemeinschaften. Nun ist von Fake News die Rede.

In Uganda hat ein Zeitungsbericht über die angebliche Besteuerung von Bibeln, Koranen und anderen religiösen Schriften Wirbel ausgelöst. Nach lauter Kritik von Kirchenvertretern dementierten Finanzminister David Bahati und die Steuerbehörde am Dienstag per Twitter Pläne, künftig Mehrwertsteuer zu erheben. Die Zeitung "Daily Monitor" hatte berichtet, eine seit langem bestehende Steuerbefreiung würde aufgehoben.

Finanzminister Bahati teilte mit, es werde keine Steuer auf religiöse Schriften erhoben, weil diese der Verbreitung von Gottes Wort im Weg stehen würde. Die Chefin der ugandischen Steuerbehörde, Doris Akol, nannte die Berichte über die Erhebung "Fake News" und bestätigte, dass Bibeln und Korane von der 18-prozentigen Mehrwertsteuer befreit blieben.

Neben den Kirchen hatte auch der Rat der Muslime in Uganda Kritik geübt. "Wie kann man das Wort Gottes besteuern?," fragte der Generalsekretär des Rates, Ramathan Mugalu. Der Interreligöse Rat äußerte sich ähnlich

Das ostafrikanische Uganda hat rund 41,5 Millionen Einwohner. Etwa 85 Prozent sind Christen, 12 Prozent Muslime. Präsident Yoweri Museveni (73) präsentierte sich in der Vergangenheit als frommer Christ. Kritiker werfen ihm vor, unter dem Einfluss konservativer Evangelikaler aus den USA, den Gebrauch von Kondomen bei der Familienplanung und Aids-Vorbeugung zu behindern.