DRK fordert: Lasst Helfer jetzt nach Ost-Ghouta

Das Deutsche Rote Kreuz hat die Streitkräfte im syrischen Ost-Ghouta aufgefordert, Hilfsorganisationen sofort den Zugang zu den eingeschlossenen Menschen zu ermöglichen.

Es sei wenig hilfreich, wochenlang über einen Waffenstillstand zu verhandeln und währenddessen die Betroffenen alleinzulassen, sagte der Leiter des Teams Internationale Zusammenarbeit beim Deutschen Roten Kreuz, Christof Johnen, der Oldenburger "Nordwest-Zeitung" (Samstag). Ein Waffenstillstand wäre wichtig, aber "wir müssen jetzt sofort zu den Verletzten. Viele weitere Menschen werden sterben, wenn wir nicht schnell Hilfe leisten können." 

Das Leid der Menschen sei kaum vorstellbar. Die medizinische Infrastruktur sei weitestgehend zerstört. Schon 2014 habe Ost-Ghouta ausgesehen "wie die Trümmerlandschaften in Dresden 1945", sagte Johnen. In der Provinz östlich von Damaskus haben sich Rebellen verschanzt. Syrische und russische Streitkräfte bombardieren die Region fast ununterbrochen. Laut den Vereinten Nationen leben Hunderttausende fast die ganze Zeit in Kellern. Es gebe kaum noch Nahrungsmittel.