Yücel hat Deutschland wieder verlassen

Der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis.

Foto: Can Erok/DHA-Depo/dpa

Der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis. Inzwischen hat der Journalist auch Berlin schon wieder verlassen.

Yücel hat Deutschland wieder verlassen
Der nach einem Jahr aus türkischer Haft entlassene Journalist Deniz Yücel hat Berlin schon wieder verlassen. "Ich bin nicht in Deutschland", teilte der "Welt"-Korrespondent am Samstag auf Twitter mit. "Aber ich bin unter Freunden."

Auf einem Foto sieht man den 44-Jährigen mit seiner Ehefrau und acht weiteren Personen. Yücel war erst am Freitag aus einem türkischen Gefängnis entlassen worden. Am Freitagabend war er in Berlin-Tegel gelandet.

Kurz danach hatte "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt insbesondere die Medien aufgerufen, Yücel in Ruhe zu lassen. Die Zeitung bekomme Dutzende von Anfragen zu Yücel. "Deniz geht es gut, er genießt sein Leben in Freiheit, wir lassen ihn in Ruhe. Einverstanden?", teilte Poschardt am Samstag ebenfalls auf Twitter mit.



Nach seiner Rückkehr nach Deutschland hatte Yücel die Umstände seiner Freilassung kritisiert. Noch am 13. Februar habe eine routinemäßige Haftprüfung die "Fortdauer der Untersuchungshaft" ergeben, nur drei Tage später sei er entlassen worden, sagte Yücel in einer ersten Videobotschaft nach seiner Freilassung, die am späten Freitagabend vom "Freundeskreis #Free Deniz" auf Facebook veröffentlicht wurde.

Zugleich bedankte Yücel sich bei der Bundesregierung für ihre Bemühungen sowie bei seinen Anwälten, seiner Familie und allen Unterstützern, die ihm während seiner einjährigen Haftzeit zur Seite standen. Er erinnerte auch an andere in der Türkei verhaftete Journalisten und Oppositionelle.

Yücel hatte mehr als ein Jahr ohne Anklage in der Nähe von Istanbul in Untersuchungshaft gesessen. Ein Istanbuler Gericht nahm am Freitag die Anklage wegen "Propaganda für eine Terrororganisation" und "Aufstachelung des Volkes zu Hass und Feindseligkeit" an. Dafür drohen Yücel zwischen vier und 18 Jahre Haft. Gleichzeitig verfügte das Gericht aber Yücels Entlassung aus der Haft, ohne eine Ausreisesperre zu verhängen.

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