Evangelischer Kita-Experte fordert mehr Investitionen in Ausbildung

Der Vorsitzende der Bundesvereinigung Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder, Carsten Schlepper, hat mehr Investitionen in die Ausbildung von Fachkräften in den Kindertagesstätten gefordert. Die Kindertagesbetreuung stecke in einem Dilemma, schreibt Schlepper in einem Gastbeitrag im Bremer "Weser-Kurier" (Samstag). Für die nötigen qualitativen Verbesserungen brauche es mehr Fachkräfte: "Die aber sind zurzeit bundesweit Mangelware."

In den vergangenen Jahren sei vielerorts versäumt worden, die Ausbildung an den steigenden Bedarf anzupassen, so Schlepper. Dabei gehe es auch um die Gestaltung einer attraktiven Ausbildung. "Die Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern ist eines der letzten Berufsfelder, in dem keine Ausbildungsvergütung gezahlt wird", kritisierte der Experte, der auch den Landesverband evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder in der Bremischen Evangelischen Kirche leitet.

Die angestrebte Beteiligung des Bundes zur finanziellen Unterstützung der Länder könnte zumindest dabei Abhilfe schaffen: "Es muss mehr investiert werden in eine attraktive Ausbildung nahe an der Praxis und verbunden mit einem Ausbildungsgeld", forderte der Experte.

Immer mehr Familien nähmen das Bildungsangebot der Kindertagesbetreuung in Anspruch, unterstrich Schlepper. "Viele Kinder sind mehr Jahre im Kindergarten als danach in der Grundschule." Die Erwartungen an die inhaltliche Arbeit in der Kindertagesbetreuung seien hoch. Der Bund müsse sich nachhaltig an der Finanzierung beteiligen.