Klonen: Ethikrat fordert Zurückhaltung

Nach den Meldungen über das erfolgreiche Klonen von Affen in China mahnt der Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Peter Dabrock, zu Zurückhaltung. Mit Blick auf die mögliche Weiterentwicklung im Klonen von Menschen erklärte er am Donnerstag im Deutschlandfunk: "Wer A sagt, muss noch lange nicht B sagen."

Dennoch sei der chinesische Klon-Erfolg bei Makaken ein "symbolischer Einschnitt", weil erstmals der Klon eines Primaten gelungen sei. Er selbst sei der Ansicht, dass in diesem Fall nach A das B gar nicht gesagt werden dürfe, sagte Dabrock. International gebe es aber völlig abweichende Einstellungen. Nicht umsonst sei der Versuch gescheitert, reproduktives Klonen weltweit zu verbieten.

Chinesische Forscher haben Medienberichten zufolge das erfolgreiche Klonen von Makaken-Äffchen nach der Methode gemeldet, wie sie vor mehr als 20 Jahren bereits bei dem Schaf Dolly angewandt wurde. Entstanden seien zwei genetisch identische Javaneraffen, die bisher bereits 40 und 50 Tage überlebt hätten.



Die Forscher entnahmen den Angaben zufolge weiblichen Tieren Eizellen und entfernten daraus das Erbgut. Anschließend übertrugen sie in diese Eizellen das komplette Erbgut eines Spendertieres und setzten die Zelle anschließend einer Leihmutter ein, die den Klon austrug. Allerdings benötigten sie mehrere hundert Versuche. Bei nur rund 60 Leihmüttern sei es zu Schwangerschaften gekommen, hieß es. Von insgesamt vier Lebendgeburten seien zwei nach wenigen Stunden gestorben.

Wie sich die beiden Affen weiterentwickeln, ist nach Einschätzung von Tierschützern nicht absehbar. Auch Dabrock wies auf die Problematik des Tierwohls hin: Es sei schließlich bekannt, dass auch Dolly gesundheitlich nicht sonderlich robust gewesen sei, sagte er.