Rund 70 Gebete und Andachten für verurteilte Christin aus Pakistan

In rund 70 Gottesdiensten, Andachten und weiteren Gebetsveranstaltungen soll am Sonntag an das Schicksal der zum Tode verurteilten Christin Asia Bibi in Pakistan erinnert werden.

Die Teilnehmer an den Aktionen folgen damit einem Aufruf des Katholischen Missionswerkes Missio zum Tag der Menschenrechte in Deutschland, wie Missio am Freitag in Aachen mitteilte. Mit den Veranstaltungen will Missio zudem darauf aufmerksam machen, dass es derzeit noch in 72 Staaten der Welt Gesetze gibt, die Blasphemie unter Strafe stellen.

Die fünffache Mutter Asia Bibi wurde wegen angeblicher Gotteslästerung im Jahr 2010 zum Tode verurteilt und wartet vergeblich auf ihre Berufungsverhandlung vor dem Obersten Gerichtshof. "Für Asia Bibi, ihre Familie und die Christen in Pakistan ist diese Gebetssolidarität ein wichtiges Zeichen, dass sie von der Welt nicht vergessen werden", sagte Missio-Präsident Prälat Klaus Krämer. Damit unterstütze das Missionswerk auch das Anliegen von Menschenrechtlern in Pakistan, die den Missbrauch der Blasphemiegesetze in ihrem Land gesetzlich verbieten lassen wollen. Die kommende Bundesregierung solle dieses Anliegen gegenüber der pakistanischen Regierung ebenfalls vertreten, erklärte Krämer. 

Laut einer US-amerikanischen Studie gibt es derzeit in 72 Staaten der Welt Blasphemiegesetze. Gerade in Ländern, in denen es eine offizielle Staatsreligion gebe, würden am häufigsten auf Grundlage dieser Gesetze die Menschenrechte auf Religions- und Meinungsfreiheit verletzt, hieß es. In rund 60 Ländern seien die Blasphemiegesetze überdies mit unverhältnismäßig hohen Strafen von Gefängnis bis Todesstrafe belegt.

In Pakistan wird das sogenannte Blasphemiegesetz den Angaben zufolge oft im Zuge von Nachbarschaftsfehden, zur Erlangung wirtschaftlicher Vorteile, bei politischen Querelen oder gegen Minderheiten missbraucht. Betroffen davon sind Muslime, Hindus, Christen und andere Gruppen gleichermaßen. Bezogen auf ihren Bevölkerungsanteil von 2,3 Prozent betreffe es jedoch Christen überproportional oft. Das pakistanische Strafgesetzbuch sieht für die Verunglimpfung des Propheten Mohammed die Todesstrafe, lebenslange Haft oder Geldstrafen vor.