Kritik an Rückkehrabkommen für Rohingya

Rohingya-Flüchtlingslager Kutupalong in Bangladesch.

Foto: dpa/Nick Kaiser

Im Rohingya-Flüchtlingslager Kutupalong in Bangladesch werden noch immer neue Hütten gebaut. Das Abkommen über die Rückkehr der Vertriebenen nach Myanmar wird als unrealistisch kritisiert.

Kritik an Rückkehrabkommen für Rohingya
Menschenrechtler haben das Rückführungsabkommen für Hunderttausende Rohingya-Flüchtlinge kritisiert. Die Regierungen Bangladeschs und Myanmars täuschten damit nur der Weltöffentlichkeit eine Lösung vor, erklärte die Gesellschaft für bedrohte Völker am Sonntag in Göttingen.

Das Abkommen über die Rückkehr der Vertriebenen nach Myanmar sei unrealistisch, menschenverachtend und verstoße gegen anerkannte Prinzipien des Völkerrechts.

Die Rückkehrer sollten in Myanmar in Lagern zusammengefasst werden, in denen auch weiterhin eine Rassentrennung praktiziert werden solle, kritisierte der Direktor der Organisation, Ulrich Delius. "Weder werden die Verantwortlichen für die ethnischen Säuberungen und die Gewalt gemäß dem Abkommen zur Rechenschaft gezogen, noch soll es mehr Rechte für Rohingya geben."



Mehr als 620.000 Mitglieder der muslimischen Minderheit sind seit Ende August vor der Gewalt des Militärs aus dem mehrheitlich buddhistischen Myanmar nach Bangladesch geflohen. Sie leben dort unter menschenunwürdigen Bedingungen ohne ausreichende Versorgung in Lagern. Am Donnerstag hatten die Regierungen beider Länder ein Abkommen zur Rückführung unterzeichnet, die im Januar beginnen soll.

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