Oxfam: Millionen Menschen im Jemen ohne Trinkwasser

Oxfam: Millionen Menschen im Jemen ohne Trinkwasser
Im Jemen droht laut Oxfam weiteren acht Millionen Menschen in den nächsten Tagen ein Leben ohne Trinkwasser. Insgesamt wären dann 24 Millionen Kinder, Frauen und Männer in dem Bürgerkriegsland von sauberem Wasser abgeschnitten, warnte die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation am Samstag in Berlin.

Eine nochmalige Ausbreitung der Cholera-Epidemie sei zu befürchten. Oxfam forderte die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition auf, die Blockade der Häfen im Norden des Landes sofort zu beenden. Die Cholera habe sich seit April mit zuletzt 950.000 Verdachtsfällen massiv ausgebreitet, sei in den vergangenen Wochen aber zurückgegangen.

In den nördlichen Gebieten Jemens neigen sich laut Oxfam die Benzinvorräte dem Ende zu. Dieseltreibstoff, der für den Betrieb von Wasserpumpen und den Transport von Hilfsgütern erforderlich sei, reiche noch maximal für acht Tage. Das Wasserministerium habe erklärt, bereits sieben Städte hätten keinen Treibstoff mehr, in zwei weiteren reiche der Vorrat nur noch wenige Tage.

Shane Stevenson, Oxfams Länderdirektor im Jemen, verurteilte das Vorgehen der Saudis als "Akt äußerster Barbarei". Saudi-Arabien hatte vor knapp drei Woche angekündigt, alle Verbindungen in den Jemen über Land, Wasser und Luft vorübergehend zu schließen. Damit soll die Einfuhr von Waffen aus dem Iran für die schiitischen Huthi-Rebellen unterbunden werden. Nach internationalen Protesten ordnete Saudi-Arabien eine Lockerung der Blockade an.

Im Jemen bekämpfen sich seit 2015 die Huthi-Rebellen und die sunnitisch geprägte Regierung, die von einer Koalition unter Saudi-Arabiens Führung unterstützt wird. Der schiitische Iran steht den Rebellen bei. Tausende Menschen wurden bereits getötet. Etwa 17 Millionen der insgesamt 27 Millionen Einwohner des Jemen wissen laut den UN nicht, wo sie ihre nächste Mahlzeit hernehmen sollten.

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Im Jemen-Krieg sind seit März 2015 laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 9.900 Menschen getötet worden. Gleichzeitig hätten rund 60.200 Menschen Verletzungen erlitten, teilte die WHO am Montag in Genf mit. Insgesamt seien somit bis Ende Oktober 2018 mehr als 70.000 Kind