EKD-Ratvorsitzender wirbt in Kairo für Ökumene

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat am Samstag in Kairo am zentralen Festakt zum 500. Reformationsjubiläum der evangelischen Kirche in Ägypten teilgenommen. "Auch in der Minderheitensituation in einem muslimisch geprägten Land wie Ägypten kann eine kleine evangelische Kirche öffentliche Kirche sein", erklärte Bedford-Strohm am Sonntag auf Facebook. In Ägypten gibt es Schätzungen zufolge rund eine Million Protestanten.

Bedford-Strohm hatte den Festvortrag auf der Feier im Herzen Kairos gehalten, mit der an den Beginn der Reformation vor 500 Jahren in Europa erinnert wurde. Zuvor war er mit dem Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche, Papst Tawadros II., zusammengetroffen. Dabei hätten sich beide für weitere Annäherungen der Kirchen ausgesprochen, so der EKD-Ratsvorsitzende und bayerische Landesbischof.

Tawadros II. hatte sich bereits Ende Oktober anlässlich des 500. Reformationsjubiläums mit weiteren ranghohen Vertretern altorientalischer Kirchen in Deutschland aufgehalten. Bei den Kopten handelt es sich um eine der ältesten christlichen Gemeinschaften im Nahen Osten, zugleich sind sie die größte. 

Die Situation der christlichen Minderheit in Ägypten ist Menschenrechtlern zufolge weiter angespannt. Auf koptische Kirchen in Ägypten gab es in jüngster Vergangenheit mehrere blutige Anschläge mit vielen Toten. 

Schätzungen zufolge sind zehn bis 15 Prozent der Ägypter Christen. Bei einer Gesamtbevölkerung von 100 Millionen Menschen leben demnach zehn bis 15 Millionen Christen in dem Land am Nil. Neun von zehn ägyptischen Christen sind Kopten. Neben der evangelischen ist auch die katholische Kirche in Ägypten vertreten.