EKD-Ratsvorsitzender plädiert für Großzügigkeit beim Familiennachzug

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, bekräftigt seine Forderung nach einer großzügigen Regelung beim Familiennachzug: Es gehe immer um echte Menschen und konkrete Schicksale.

"Für uns ist der Familiennachzug wichtig für eine gute Integration in Deutschland", sagte Bedford-Strohm der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Samstag). "Bei allem Verhandeln: Es geht immer um echte Menschen, und damit muss man verantwortlich umgehen", ergänzte er mit Blick auf die sondierenden Jamaika-Parteien.

Der bayerische Landesbischof sagte, er werbe für den Familiennachzug, indem er konkrete Fälle anspreche: "Wenn Menschen sich in solchen Fällen persönlich an mich wenden, werden die Schicksale hinter den Zahlen für mich sehr konkret."

Für Geflüchtete mit subsidiärem Schutz wurde der Familiennachzug für zwei Jahre bis März 2018 ausgesetzt. Subsidiären Schutz erhalten Flüchtlinge, denen etwa durch Krieg oder Folter Gefahr für Leib und Leben droht. Dies betrifft derzeit vorwiegend syrische Kriegsflüchtlinge.

Der Familiennachzug ist einer der Streitpunkte bei den Sondierungsgesprächen zwischen der Union, der FDP und den Grünen. Die Union will ihn für subsidiär Geschützte auch über den März kommenden Jahres hinaus nicht zulassen, während die Grünen darauf bestehen, dass die syrischen Bürgerkriegsflüchtlinge ihre Familien nachholen dürfen.