SWR-Dokumentation kritisiert Einfluss von AfD in den Kirchen

Eine Dokumentation des Südwestrundfunks (SWR) wirft den Kirchen vor, nicht entschieden genug gegen rechtes Gedankengut und AfD-Funktionäre in den eigenen Reihen vorzugehen.

Der Film "Wahre Christen oder böse Hetzer? Spaltet die AfD die Kirchen?" geht der Frage nach, wie sich die Kirchen gegenüber Sympathisanten und Mitgliedern der rechtskonservativen Partei positionieren. Vielen Verantwortlichen in den Kirchen seien die AfD-Vertreter in den eigenen Reihen peinlich, eine intensive Auseinandersetzung werde vielerorts aber vermieden, lautet das Fazit des Filmautoren Thomas Leif. Das SWR-Fernsehen sendet den Film am Donnerstag, 14. September, ab 21 Uhr.

Der knapp 45-minütige Bericht begleitet einige Mitglieder der Vereinigung "Christen in der AfD". Er zeigt auch Versuche von Kirchengemeinden, in kontroversen Diskussionsveranstaltungen mit der AfD ins Gespräch zu kommen sowie die Beteiligung von Kirchen an Anti-Rechts-Protesten. Führende Kirchenvertreter gehen in dem Film auf deutliche Distanz zur AfD. So erhebt der württembergische evangelische Landesbischof Frank Otfried July in dem Film den Vorwurf, die AfD habe mit ihren Positionen eine Stimmung befeuert, die flüchtlingsfeindliche Gewalttaten möglich gemacht habe.

Ausgangspunkt für die Recherchen war nach SWR-Angaben eine bereits vor zwei Jahren erstellte, aber bislang unter Verschluss gehaltene Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung, in der vor "Radikalisierungstendenzen am rechten Rand der Kirchen" gewarnt wurde. Die Untersuchung zum Einfluss rechter Kräfte auf konservative Kirchenkreise wird in dem Film allerdings nicht direkt erwähnt.