Diakonie-Präsident fordert mehr bezahlbaren Wohnraum

Diakonie-Präsident fordert mehr bezahlbaren Wohnraum
Bezahlbarer Wohnraum in Berlin - das sei nicht nur ein Problem sozial Benachteiligter, sondern mittlerweile auch des Mittelstands, so Diakonie-Präsident Ulrich Lilie. Das dadurch vermittelte Gefühl "nicht mehr gewünscht zu sein" laste schwer auf den Menschen.

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie fordert von der Politik mehr bezahlbaren Wohnraum in Berlin. "Die Hälfte der Berliner hat Angst, ihre Mieten nicht mehr bezahlen zu können", sagte Lilie am Montag bei einem Besuch der Berliner Familiennotunterkunft "Die Teupe". Der Mangel an bezahlbaren Wohnraum sei ein Thema, das nicht nur sozial Benachteiligte betreffe.

"Wir haben eine erhebliche Wanderung von Leuten, die durchaus zum Mittelstand gehören, die sagen: 'Ich kann mir in meinem Kiez das Wohnen nicht mehr erlauben'", betonte der Diakonie-Präsident. "Die Leute erleben in den Metropolen, dass sie nicht mehr gewünscht sind", sagte Lilie. Dadurch fühlten sich viele Menschen als Verlierer.

Lilie appellierte an die Politik, den sozialen Wohnungsbau zu fördern, da Familien und besonders Kinder in Notunterkünften nicht sinnvoll sozial existieren könnten. In Notunterkünften würden die Kinder "hin und hergeschoben, zum Teil leben sie 18 Monate lang in Zimmern mit sieben Betten".

Der Diakonie-Präsident warnte davor, dass viele Kinder zudem Gefahr laufen, in Zukunft das Schicksal ihrer Eltern zu teilen. "Und dass uns nichts einfällt, um diese Spirale zu unterbrechen, ist das drängendste Problem", sagte Lilie. Er kritisierte bei seinem Besuch in der Neuköllner Notunterkunft auch, dass es teilweise absurde behördliche Vorschriften gebe. "Wenn ich höre, dass der Denkmalschutz die Farbwahl und die Raumgestaltung vorschreibt und es nicht um die sozialen Bedürfnisse der Menschen geht, dann finde ich das absurd", so Lilie.

Meldungen

Top Meldung
 Susanne Breit-Keßler
Sich um Arme, Fremde, Kranke, Sterbende und Gefangene zu kümmern, müsse in einer Familie selbstverständlich sein, "auch in einer weltweiten", sagte Susanne Breit-Keßler laut Redemanuskript am Sonntag in der Münchner Lukaskirche, wo sie in den Ruhestand verabschiedet wurde.