Tansanias Regierung droht Homosexuellen

Tansanias Regierung setzt ihre Hetzkampagne gegen Homosexuelle und andere Minderheiten im Land mit verbaler Härte fort. Jeder, der Homosexuelle etwa im Namen der Menschenrechte unterstütze, werde verhaftet, sagte der Innenminister Mwigulu Nchemba laut einem Bericht der Zeitung "Daily News" vom Montag.

Damit unterstützte Nchemba ähnliche Äußerungen des zunehmend autoritär regierenden Präsidenten John Magufuli und seines Kabinetts. Die Regierung hatte bereits mehrfach gedroht, Listen mit den Namen von vermeintlich Homosexuellen zu veröffentlichen.

In der vergangenen Woche hatte die Regierung für Kritik gesorgt, nachdem sie angekündigt hatte, jugendliche Mütter nicht mehr für den Schulunterricht zuzulassen. Damit sollen der Regierung zufolge Kinderschwangerschaften verhindert werden. Darüber wie über das Verbot von Homosexualität werde es keine Diskussion geben, erklärte Nchemba, der bei einer Veranstaltung einer evangelikalen Kirche sprach. Die Linie des Präsidenten werde ohne wenn und aber umgesetzt.

Menschenrechtler kritisieren den Kurs der Regierung und werfen ihr vor, gegen mehrere Menschenrechtsabkommen zu verstoßen, die Tansania unterzeichnet hat. Aids-Aktivisten berichten, dass sich HIV-Positive aus Angst vor Generalverdacht kaum noch trauen, sich behandeln zu lassen. Homosexualität ist in Tansania seit der Kolonialzeit durch ein britisches Gesetz verboten, wurde aber bislang kaum geahndet. Zuletzt häufen sich jedoch Berichte, wonach sich vermeintlich Schwule unter Androhung von Gewalt zwangsweise einer Analuntersuchung unterziehen müssen.