Kirchentag erlebt Twitter-Sturm wegen AfD-Tweet

Ein Besucher der Veranstaltung "Christen in der AfD" auf dem Kirchentag hält eine Flyer in der Hand gegen Christen in der AfD.

Foto: epd/Christian Ditsch

Ein Besucher der Veranstaltung "Christen in der AfD" auf dem Kirchentag hält eine Flyer in der Hand gegen Christen in der AfD.

Kirchentag erlebt Twitter-Sturm wegen AfD-Tweet
Die Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au schätzt die besondere Gesprächskultur auf evangelischen Kirchentagen. Trotzdem erlebte der Kirchentag auf Twitter einen veritablen Sturm wegen eines AfD-Tweets.

Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au hat die besondere Gesprächskultur auf evangelischen Kirchentagen hervorgehoben. Sie schätze an den Debatten auf den Kirchentagen, "dass sie ein Ringen deutlich machen, dass man die kleinen Schritte nimmt", sagte die Schweizer Theologin und Philosophin am Donnerstag auf dem Alexanderplatz in Berlin. Dafür stehe auch das diesjährige Kirchentagsmotto "Du siehst mich".

Sie habe gehört, dass auf früheren Kirchentagen auch mal Podien gestürmt und Lautsprecherkabel durchgeschnitten wurden. "Aber sind das die Debatten, wo man einander zuhört?", fragte sie im Interview auf dem "Roten Sofa" der Kirchenpresse beim 36. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin und Wittenberg, der noch bis Sonntag läuft. Das machten zum Beispiel auch die beiden prominentesten Gespräche am Donnerstagvormittag deutlich, das Treffen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama und zwischen dem Berliner Bischof Markus Dröge und der AfD-Vertreterin Anette Schultner, sagte Aus der Au.

Sie sei froh, wie die Veranstaltung mit der AfD-Vertreterin gelaufen sei und dass auch die Zuhörer auf eine faire Diskussion bestanden hätten. Und bei Obama und Merkel habe sie gespürt, dass beide versuchten, "aus ihrem Glauben heraus Politik zu gestalten". Das gelinge nicht zu 100 Prozent, doch es sei besser, zumindest "etwas zu tun, als aus Angst, nichts zu ereichen, gar nichts zu tun".

Twitter-Sturm für den Kirchentag wegen AfD-Tweet

Der Kirchentag hatte derweil mit einem Twitter-Sturm zu tun, der aus der Diskussionsveranstaltung mit der AfD entstanden war. Der Account @kirchentag_de hatte die Diskussion zwischen dem Berliner Bischof Markus Dröge, der Publizistin Liane Bednarz und der Vorsitzenden von "Christen in der AfD", Anette Schultner, mit Live-Tweets begleitet. Dabei entstand auch ein Tweet, der eine Aussage von Schultner zur angeblichen Zuwanderung von Terroristen als unkommentiertes Zitat veröffentlichte. (Wer den Tweet und die Diskussion dazu lesen will, klicke hier.) Der Kirchentag antwortete auf die zahlreichen kritischen Tweets, Bischof Dröge habe der Aussage auf der Bühne ja direkt widersprochen. Die Twitter-Kritiker bemängelten aber, dass eine solche Aussage auf Twitter eben doch einzeln stehe und im Tweet für sich genommen auch weiterverbreitet werden kann. (Den evangelisch.de-Bericht zur Diskussion mit der AfD finden Sie hier.)

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