Bischof July erneut in LWB-Rat gewählt

Bischof July erneut in LWB-Rat gewählt
Der württembergische Landesbischof Frank Otfried July ist wieder in den Rat des Lutherischen Weltbundes gewählt worden. Man dürfe "Globalisierungseffekte nicht nur Banken überlassen", sagte er am Rande der Vollversammlung des LWB.
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Der württembergische evangelische Landesbischof Frank Otfried July hat die Genderfrage, theologische Bildungsarbeit und diakonisches Handeln als maßgebliche Themen für die Lutheraner in den kommenden Jahren bezeichnet. Schon jetzt leiste der Lutherische Weltbund (LWB) sehr gute diakonische Arbeit in aller Welt, sagte July dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Windhuk: "Wir dürfen Globalisierungseffekte nicht nur den Banken überlassen; auch die Kirchen spielen mit ihrem Netzwerk eine große Rolle." Das sei sehr wichtig.

Frank Otfried July wurde am Samstagabend bei der LWB-Vollversammlung in Namibia erneut in den LBW-Rat gewählt. Dieser ist das höchste Gremium zwischen den alle sechs oder sieben Jahre stattfindenden Vollversammlungen. Seit der Vollversammlung 2010 in Stuttgart ist July außerdem einer der LWB-Vizepräsidenten. Eine Wiederwahl ist nicht möglich, so dass July am Ende der Tagung in Namibia sein Stellvertreter-Amt abgeben muss. Der Lutherische Weltbund repräsentiert mehr als 74 Millionen Christen in 145 Mitgliedskirchen und 98 Ländern.

Die Wahl des Nigerianers Musa Panti Filibus zum neuen Präsidenten des LWB nannte July eine gute Entscheidung. Denn der nigerianische Erzbischof sei ein erfahrener, intelligenter und gut informierter Theologe, der sich im Lutherischen Weltbund gut auskenne. July sieht in Filibus' Wahl auch ein Zeichen für Afrika. Denn dort wachsen die lutherischen Kirchen am stärksten.

In seiner zweiten Amtszeit im LWB-Rat sei es ihm ein Anliegen, auf theologische Bildungsarbeit zu achten, sagte July weiter. Davon sollten auch die Kirchen in Asien und Afrika profitieren. Auch die Frauenordination werde weiter Thema sein, sagte July. Denn der Rückschritt in Lettland stelle ein Problem für den Weltbund dar. Die 145 Mitgliedskirchen des LWB hätten sich wiederholt darauf verständigt, Frauen ordinieren zu wollen. Inzwischen tun das 119. Dass die lettische Mitgliedskirche die Frauenordination wieder abgeschafft hat, habe Fragen aufgeworfen. Klar sei allerdings: Keiner Mitgliedskirche werde etwas aufgezwungen, betonte July.

Die Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes in Windhuk steht unter dem Motto "Befreit durch Gottes Gnade" und dauert noch bis Dienstag.

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