Sicher im Netz: Online einkaufen und bezahlen

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Foto: Digitale Nachbarschaft

Sicher im Netz: Online einkaufen und bezahlen
10 Tipps zum Einkaufen und Bezahlen im Internet
Egal ob Bücher, Kleidung oder Geschenke: Man kann im Internet alles einkaufen. Es ist schnell, einfach und bequem. Trotzdem muss man dabei auf versteckte Kosten, Missbrauch von Daten oder sogenannte "Fake-Shops" achten. In diesem Teil unserer Servicereihe zur sicheren Internetnutzung finden Sie Tipps zur Nutzung von sicheren Zahlungsarten, zertifizierten Onlineshops und Sicherheitsgrundregeln für das Onlinebanking und -shopping. Thematisiert werden auch die "Near Field Communication" und e-Wallets für das Bezahlen mit dem Smartphone.

Regel 1: Schützen Sie sich vor Betrug, indem Sie auf Gütesiegel bei Onlineshops achten!

Zuverlässige Onlineshops und seriöse Buchungsplattformen für Reisen sind unter anderem an Qualitätssiegeln zu erkennen. Die wichtigsten Siegel sind: Trusted Shops, TÜV SÜD s@fer-shopping, internet privacy standards (ips) und EHI geprüfter Online-Shop.

Solche Gütesiegel werden von unabhängiger Seite verliehen, die dafür die Webshops regelmäßig überprüfen. Achten Sie deshalb auf Gütesiegel beim Einkaufen und Buchen, denn mit Siegeln versehene Shops garantieren, dass der Auftritt seriös und sicher ist.

Regel 2: Informieren Sie sich über die Gesamtkosten!

Noch bevor Sie verbindlich auf "Kaufen" oder "Bestellen" klicken, müssen Sie genau wissen, was Sie insgesamt zu bezahlen haben – und zwar ohne komplizierte Suche. Gewerbliche Händler*innen sind dazu verpflichtet, in ihren Angeboten neben den Produkt- oder Leistungsbeschreibungen vor dem Kauf auch über den vollen Preis zu informieren. Dazu gehören neben dem Preis für das gekaufte Produkt auch Versand- und Verpackungskosten sowie alle Steuern, Gebühren und Zusatzleistungen wie beispielsweise Versicherungen.

Kennen und beachten Sie Ihre Rechte, um überhöhte Kosten beim Online-Shopping zu vermeiden:

  • Händler*innen dürfen keine Voreinstellungen wie Häkchen für Zusatzleistungen verwenden. Vereinbarungen über Zusatzleistungen, die durch solche Voreinstellungen herbeigeführt werden, sind nicht wirksam.
  • Händler*innen dürfen nur in Ausnahmefällen Zusatzkosten für bestimmte Zahlungsmittel verlangen. Zuschläge für Zahlungsmittel sind nur noch dann zulässig, wenn Verbraucher*innen alternativ auch andere kostenlose und gängige Zahlungsarten auswählen können.
  • Händler*innen müssen vor dem Kauf auf Versandkosten hinweisen. Versandkosten dürfen nur dann in Rechnung gestellt werden, wenn die Verbraucher*innen vor Abschluss des Bestellvorgangs auf sie hingewiesen wurden.
  • Kostenpflichtige Service-Hotlines dürfen den Grundtarif nicht übersteigen. Anrufe bei Service-Hotlines mit Fragen zu Verträgen, dürfen Verbraucher*innen nicht mehr kosten als ein normales Telefonat.

Regel 3: Informieren Sie sich vor einem Kauf über Ihre Rückgaberechte!

Beim Onlineshopping können Sie Produkte nicht so ausgiebig betrachten wie in einem stationären Geschäft. Dadurch kommen manchmal Fehlkäufe zustande. Das ist kein Problem: Im Onlinehandel bestellte Waren können problemlos innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt wieder zurückgegeben werden.

Über die genauen Details der Rückgabe- und auch Widerrufsrechte informieren seriöse Onlineshops leicht auffindbar auf ihrer Webseite. Sie sind auch Bestandteil der AGB. Wenn Sie keine Informationen zu Rückgabe und Widerruf finden, ist das ein Warnhinweis.

Regel 4: Überprüfen Sie, ob beim Bezahlen eine sichere Verbindung durch die Webseite besteht!

Alle Zahlungsdaten sollten grundsätzlich nur verschlüsselt übermittelt werden. Eine verschlüsselte Verbindung ist erkennbar an der https://-Einleitung einer URL. Einige Browser zeigen in der Adresszeile zusätzlich ein Schloss-Symbol für eine verschlüsselte und damit sichere Verbindung an.

Regel 5: Wählen Sie sichere Zahlungsmethoden!

Die sicherste Art, beim Onlineshopping zu bezahlen, ist der Kauf auf Rechnung. Hierbei bezahlen Sie erst, wenn Sie das Gekaufte auch erhalten haben. Alternativ sind SEPA-Lastschriften zu empfehlen: Sie erteilen dabei ausdrücklich mit Unterschrift oder online Ihren Auftrag. Die Händler*innen buchen die Kaufsumme dann von Ihrem Konto ab.

Kreditkartenzahlungen und Treuhand-Services (zum Beispiel PayPal) sind ebenfalls sehr sicher. Der größte Vorteil bei Treuhand-Services ist, dass bei der Zahlung keine Kontodaten auf der Kauf-Plattform eingegeben werden müssen.

Nicht sicher sind Käufe per Bargeldtransfer oder Vorkasse!

Regel 6: Beachten Sie die Sicherheitsmaßnahmen für Onlinebanking und -shopping auch mit mobilen Geräten!

Virenscanner und Firewall sind auch auf Smartphone und Tablet Pflicht und müssen regelmäßig aktualisiert werden.

Auch die entsprechende Zahlungs- oder Banking-App muss stets aktuell sein. Außerdem muss auf eine verschlüsselte Übertragung der Daten geachtet werden. Spielen Sie auf dem Smartphone regelmäßig die neuesten Sicherheitsupdates ein und prüfen Sie Bezahl-Apps auf Sicherheit!

Bei allen Apps (insbesondere bei solchen von unbekannten Anbietern) gilt es, vorab folgende Kriterien zu prüfen, damit das Geld nicht auf Nimmerwiedersehen verschwindet:

  • Welches Unternehmen steht hinter einer App und wie ist sichergestellt, dass das Geld auch sein Ziel findet?
  • Können Zahlungen rückgängig gemacht werden?
  • Auf welche Bereiche des Smartphones möchte die App zugreifen?

Zur Sicherheit sollten Sie auch regelmäßig Ihre Abrechnungen prüfen, vor allem die Kreditkartenabrechnungen. Sind alle Einträge richtig? Wenn Sie einen Posten entdecken, der nicht von Ihnen getätigt wurde, setzen Sie sich umgehend mit Ihrer Bank in Verbindung.

Nutzen Sie mobiles Bezahlen per NFC nur eingeschränkt!

Die Nahfeldkommunikation (Near Field Communication, Abkürzung NFC) ist ein Übertragungsstandard zum kontaktlosen Austausch von Daten. Bisher kommt diese Technik vor allem im Bereich Micropayment (bargeldlose Zahlungen kleiner Beträge) zum Einsatz. Die Nutzung des kontaktlosen Bezahlens ist vergleich­bar sicher wie herkömm­liche Verfahren per Kreditkarte. Folgende Tipps sollten Sie trotzdem einhalten, um NFC ganz sicher zu nutzen:

  • Sie sollten nur kleine Beträge im Dienst hinterlegen, damit ein Verlust des Smartphones keinen großen finanziellen Schaden bedeutet.
  • NFC sollten Sie nur bei sicheren Diensten wie bekannten Fluglinien, Verkehrsverbünden oder der Deutschen Bahn verwenden.
  • Deaktivieren Sie die NFC-Funktion, wenn Sie sie nicht benötigen.
  • Eine Smartphone-Verschlüsselung schützt den NFC-Chip vor dem Auslesen.

Regel 7: Speichern Sie keine Passwörter oder PIN-Nummern für das Onlinebanking!

Wer mit dem Onlinebanking beginnt, bekommt von der Hausbank zuerst einmal geheime Zugangsdaten wie ein Passwort für die Banking-Plattform sowie manchmal verschiedene Nummern zur Identifizierung (PIN/PUK). Code-Nummern, die jeweils für eine Online-Transaktion eingegeben werden müssen (TAN-Nummern), werden per SMS (mTAN) einzeln verschickt oder als Liste ausgegeben.

Wie andere Passwörter auch dürfen diese Zugangs- und Identifikationsnummern nicht auf dem Computer oder auf dem Smartphone gespeichert werden! Denn hat eine Schadsoftware erst einmal Zugang zu Ihrem Rechner, findet sie dort garantiert auch die Bank-Zugangsdaten und ihre TAN-Nummern, die Online-Transaktionen erlauben.

Regel 8: Nutzen Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung beim Onlinebanking!

Ein sehr sicheres Verfahren für das Onlinebanking ist die sogenannte "Zwei-Faktor-Authentifizierung". Die besondere Sicherheit des Verfahrens besteht darin, dass der Empfang der erforderlichen TAN-Nummer auf einem Gerät und die Eingabe der TAN für die Transaktion auf einem anderen Gerät erfolgt (mTAN oder photoTAN-Verfahren).

Allgemein gilt: Die Nutzung einer bankeigenen Software ist am sichersten für das Onlinebanking, da hierbei die Verbindung zwischen Geräten der Nutzer*innen und der Bank besonders sicher verschlüsselt wird.

Regel 9: Schauen Sie sich Rechnungen und Mahnungen immer genau an und erkennen und melden Sie Phishing-Versuche rechtzeitig!

Betrüger*innen versenden täuschend echt aussehende E-Mails mit Rechnungsanhängen, in die Banking-Trojaner eingebettet sind. Oft gibt es in diesen E-Mails auch Links zu Webseiten der Betrüger*innen. Achten Sie auf diese Merkmale: Fehlt die individuelle Buchungskontonummer? Ist Ihr Name falsch geschrieben? Entdecken Sie Rechtschreibfehler? Das deutet auf Betrug hin!

Öffnen Sie keine Anhänge und klicken Sie nicht auf Links: Um ganz sicher zu sein, recherchieren Sie die jeweiligen Absender*innen im Internet. So können viele Fälle von Betrugsversuchen entlarvt werden. Phishing-Versuche sollten Sie dem vermeintlichen Absender-Unternehmen unbedingt melden – auch, wenn Sie überraschende Änderungen auf den vertrauen Login-Seiten feststellen.

Regel 10: Beachten Sie besondere Sicherheitsmaßnahmen bei privaten Auktionen und Kleinanzeigen!

In privaten Auktionen handeln zumeist Privatleute untereinander. Das bedeutet für Käufer*innen, dass für sie andere Regeln und Rechte bei Bezahlung und Rückgabe gelten. Außerdem sind die Bedingungen der Plattform für beide Seiten bindend.

Was ist beim Verkauf zu beachten?

Bei Verkäufen ist besondere Vorsicht beim Versand der Ware geboten. Die Ware sollte erst dann versendet werden, wenn der Kaufpreis auf dem eigenen Konto eingegangen oder die Deckungsprüfung eines Schecks bei der Bank abgeschlossen ist. Bei PayPal-Zahlung sollte direkt im PayPal-Konto überprüft werden, ob die Zahlung eingegangen ist.

Was ist beim Kauf zu beachten?

Auktions- und Kleinanzeigenportale haben einen großen Vorteil: Sie können sich die Bewertungen der Verkäufer*innen vor einem Kauf genau anschauen. Auch die Homepage und Adresse geben Aufschluss über die Seriosität der Anbieter*innen. Produktdaten, Beschreibungen und Herkunftsnachweise können im Vorfeld überprüft werden.

Achtung: Der Kauf von Privat kann nicht grundsätzlich rückgängig gemacht werden! Denn im Gegensatz zum gewerblichen Handel sind private Verkäufer*innen nicht verpflichtet, Rückgaberechte einzuräumen.

Checkliste: 5 Tipps für sicheres Einkaufen, Bezahlen und Banking

  • Achten Sie auf Gütesiegel bei Onlineshops und schauen Sie sich verdächtige E-Mails genau an, öffnen Sie im Zweifel niemals Anhänge oder Links und übermitteln Sie keine vertraulichen Daten.
  • Erkennen Sie seriöse Verkäufer*innen an genauen Beschreibungen, Zahlungsoptionen sowie Rückgaberechten und lesen Sie bei gewerblichen Verkaufsplattformen immer die AGB.
  • Informieren Sie sich über die genaue Preiszusammensetzung und den Endpreis, achten Sie auf transparente Informationen zum Preis und zu möglichen Folgekosten, zahlen Sie im Internet nicht per Vorkasse oder Bargeld-Transfer und bestellen Sie nur über verschlüsselte Webseiten mit dem https://-Anfang in der URL.
  • Speichern Sie Ihre PIN- und TAN-Nummern möglichst gar nicht oder nur verschlüsselt. Geben Sie sie niemals weiter.
  • Nehmen Sie sichere Einstellungen für WLAN und Bluetooth bei Ihren mobilen Geräten vor und führen Sie keine sensiblen Transaktionen über fremde WLAN-Netze aus. Prüfen Sie die Sicherheit und die verschlüsselte Übertragung von Daten bei Bezahlsystemen und –apps.

Noch mehr Sicherheits-Tipps für das Onlinebanking, den Kauf von privat im Netz, ausführliche Erläuterungen zum Schutz vor versteckten Kosten und eine Übersicht sicherer e-Wallet- und anderer Bezahldienste lernen Sie in unseren Selbstlernkursen Bezahlen und Finanzen 1 und Bezahlen und Finanzen 2 oder den Webinaren zu diesen Themen.

Infos zur Serie
Das Internet ist nicht nur unverzichtbar, es macht auch Spaß. Trotzdem sollte man wissen, wie man sein eigenes Profil gegen Kriminelle, Datenklau und Missbrauch schützen kann. Diese Serie erklärt die Grundlagen.