Gabriele Pace wird Auslandspfarrerin in der Türkei

Die bayerische Theologin Gabriele Pace wird Pfarrerin der deutschsprachigen Evangelischen Gemeinde in der Türkei. Sie übernehme das Pfarramt am 1. August, bestätigte die bayerische Landeskirche am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Der Kirchenvorstand der evangelischen Gemeinde in Istanbul habe sie zur Nachfolgerin der westfälischen Pfarrerin Ursula August gewählt, die seit 2011 für die Gemeinde am Bosporus zuständig ist und deren Dienst im Juni endet.

Pace war von 1998 bis 2006 Gefängnispfarrerin in München Stadelheim, danach arbeitete sie bis 2015 als Seelsorgerin am Münchner Flughafen. In ihrem Auslandseinsatz wird sie die Mitglieder der deutschen Gemeinde in Istanbul sowie weitere Mitglieder in Ankara und an anderen Orten in der Türkei betreuen. Unter anderem wird sie Gottesdienste halten, als Seelsorgerin ansprechbar sein, Kinder taufen und Konfirmanden unterrichten. Dazu wird sie von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) entsendet.

Christen eine kleine Minderheit

Die im Jahr 1843 gegründete deutschsprachige evangelische Gemeinde, zu der auch Standorte in Ankara und an der Südküste gehören, zählt rund 350 Mitglieder. Gemeindemitglieder sind viele Diplomaten, Lehrer an der deutschen Schule oder Angestellte in internationalen Unternehmen. In der Türkei stellen die Christen eine kleine Minderheit. Über 99 Prozent der 70 Millionen Einwohner sind Muslime. Ihnen stehen nur etwa 100.000 Christen gegenüber. Da die Kirche dort keine juristische Körperschaft ist, können Christen weder Gebäude kaufen oder umbauen noch Theologen ausbilden.