EKD warnt vor "Parallelstrukturen" in EU-Jugendpolitik

EKD warnt vor "Parallelstrukturen" in EU-Jugendpolitik
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat vor überflüssigen Doppelungen in der EU-Bildungs- und Jugendpolitik gewarnt.

Mit dem Europäischen Solidaritätskorps, das am Mittwoch in Brüssel offiziell starten soll, würden "im Schnellverfahren Parallelstrukturen zu dem seit 20 Jahren bewährten Angebot des Europäischen Freiwilligendienstes geschaffen", sagte die Leiterin des Brüsseler EKD-Büros, Katrin Hatzinger, am Dienstag in der EU-Hauptstadt. "Die Erfahrungen der im Feld erfahrenen und bewährten Organisationen und Partner kommen dabei bisher zu wenig zum Tragen." Für junge Leute, die sich freiwillig engagieren wollten, würden die Angebote der EU außerdem unübersichtlicher.

Das Europäische Solidaritätskorps soll Menschen unter 30 Jahren die Möglichkeit geben, Organisationen, lokalen Behörden oder Unternehmen in "schwierigen Situationen" zu helfen, wie die EU-Kommission angekündigt hat. Dabei kann es zum Beispiel um den Wiederaufbau nach Naturkatastrophen gehen, aber auch um die Bewältigung der Flüchtlingskrise. Allerdings können sich junge Menschen auf ähnliche Weise auch bereits im Europäischen Freiwilligendienst engagieren.

Ein Sprecher der EU-Kommission sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd), das Solidaritätskorps sei insgesamt "breiter aufgestellt" als der Freiwilligendienst. Ein Zweig des Korps soll demnach in Richtung Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit weisen, hier gehe es eher um Jobs als um Praktika. Zudem seien für Mitglieder des Korps "Zertifikate" vorgesehen. Weitere Einzelheiten zum Korps will die Kommission am Mittwoch bekanntgeben.

Meldungen

Top Meldung
Weihnachtsmarkt in Konstanz am Bodensee
Besondere Bedingungen erfordern besondere Maßnahmen: Trotz Corona wollen die meisten deutschen Städte an Weihnachtsmärkten festhalten - allerdings mit neuen Konzepten, um die Abstands- und Hygieneregeln einhalten zu können.