Bischof Hein: Glaube an denselben Gott sozial fruchtbar machen

Bischof Hein: Glaube an denselben Gott sozial fruchtbar machen
Christen, Muslime und Juden glauben nach Ansicht des evangelischen Bischofs Martin Hein an denselben Gott und sollten dies für ihr Zusammenleben fruchtbar machen.

Das Thema sei theologisch wie politisch brisant und die Antwort umstritten, erklärte der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck am Montagabend in Brüssel. Die Frage nach dem einen Gott stelle sich heute "in einer bisher nicht gekannten Schärfe", sagte Hein beim Jahresempfang der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des katholischen Kommissariats der deutschen Bischöfe in der EU-Hauptstadt laut Redemanuskript.

"Noch für die Reformatoren war der Monotheismus etwas, was die drei Religionen einte. Was sie trennte, war der Streit um den Weg", erklärte der Theologe. Dies habe sich geändert. Es sei jedoch gefährlich, sich den Glauben an den einen Gott gegenseitig abzusprechen, mahnte Hein. "Auch im Christentum nehme ich mit Sorge eine Radikalisierung gerade in dieser Frage wahr."



Hein warb dafür, Gemeinsamkeiten wie die Berufung auf Abraham und die Idee der Offenbarung zu sehen. Zugleich wies er auf wichtige Unterschiede hin, vor allem was die christliche Dreifaltigkeit angehe. Sie werde insbesondere vom sehr strengen islamischen Monotheismus abgelehnt, "und das kann in manchen islamischen Ländern so weit gehen, Christen den Gebrauch des Wortes 'Allah' für Gott zu verbieten". Muslimische Gesprächspartner forderte der Bischof vor diesem Hintergrund auf, sie möchten ihre Wahrnehmung der Trinitätslehre "kritisch überprüfen".

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