Kirchen starten Spendenaktionen vor Weihnachten

Landbevölkerung Panama

Foto: Christian Nusch/Brot für die Welt

Kirchen starten Spendenaktionen vor Weihnachten
Die Spendensammlung von Adveniat trägt in diesem Jahr den Titel "Schützt unser gemeinsames Haus - Bedrohte Schöpfung - bedrohte Völker". Jährlich fließen nach eigenen Angaben rund 37 Millionen Euro in etwa 2.500 Projekte.

Die Kirchen haben am ersten Adventssonntag ihre vorweihnachtlichen Spendenaktionen gestartet. Im Mittelpunkt der diesjährigen Kampagne von "Brot für die Welt" steht die Ernährung in den wachsenden Städten der Entwicklungsländer, wie die Präsidentin des evangelischen Hilfswerks, Cornelia Füllkrug-Weitzel, am Sonntag in Eisenach betonte. Die 58. Spendenaktion trägt das Motto "Satt ist nicht genug - Zukunft braucht gesunde Ernährung". In München wurde die diesjährige Spendensammlung des katholischen Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat eröffnet. 

Die Spendensammlung von Adveniat trägt in diesem Jahr den Titel "Schützt unser gemeinsames Haus - Bedrohte Schöpfung - bedrohte Völker". Jährlich fließen nach eigenen Angaben rund 37 Millionen Euro in etwa 2.500 Projekte. 



Zur Adveniat-Eröffnung im Münchner Liebfrauendom sagte Kardinal Reinhard Marx, die Güter dieser Erde gehörten allen Menschen und müssten auch für alle bewahrt werden. "Das Haus Gottes gehört nicht Einzelnen", mahnte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. "Wir sind eine Menschheitsfamilie", in der die verschiedenen Völker respektiert werden müssten und nicht ausgebeutet werden dürften.

Es müsse ein Fundament gefunden werden, auf dem sich diese Menschheitsfamilie trotz unterschiedlicher Sprachen und Kulturen verbunden fühle. Die Gemeinsamkeiten zwischen den Menschen seien größer als die Unterschiede. "Wir müssen mit dieser Vielfalt umgehen und dürfen nicht in Vorurteilen verharren", mahnte Marx - vor allem in Zeiten, in denen Abgrenzung und die Rückbesinnung auf den Einzelnen wieder stärker zu werden scheinen.

Hoffnung auf Gerechtigkeit

Die Präsidentin von "Brot für die Welt", Füllkrug-Weitzel, verlas in der Georgenkirche in Eisenach den Sammelaufruf der evangelischen Kirchen und Diakonien. Darin heißt es: "Bis 2050 leben drei von vier Menschen in Städten." Besonders auf der Südhalbkugel ziehe es immer mehr Menschen vom Land in die Stadt. "Sie hoffen auf Arbeit und ein besseres Leben. Aber ihr Traum endet meist in einem Slum", heißt es weiter.

Zudem wird darauf verwiesen, dass fast jeder dritte Mensch weltweit mangelernährt und somit anfälliger für Krankheiten sei. Die Einahmen aus der diesjährigen Sammelaktion sollen deshalb helfen, umweltverträgliche und nachhaltige Strukturen bei der Nahrungsmittelerzeugung zu etablieren.

Die Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann, betonte in ihrer Predigt in Eisenach, dass die Hoffnung auf Gerechtigkeit viele Menschen weltweit bewege. "Sie schließt die zusammen, die sich nicht abfinden wollen mit Ungerechtigkeit und Unrecht, mit der großen Schere zwischen Arm und Reich, mit Leiden und Not der einen und Überfluss und Reichtum der anderen". Die Spendenaktion von "Brot für die Welt" wolle deshalb Menschen stärken, ein menschenwürdiges Leben zu führen und sich für ein gerechtes Leben zu engagieren.#

2.000 Projekte weltweit

"Brot für die Welt" wird getragen von evangelischen Landes- und Freikirchen und ist im Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung in Berlin angesiedelt. Seit 1959 bittet die Aktion in jedem Jahr zu Beginn der Adventszeit um Spenden für Hilfsprojekte in Afrika, Asien und Lateinamerika. Traditionell ist die Weihnachtskollekte in evangelischen Gemeinden für "Brot für die Welt" bestimmt.

Aus Spenden und der traditionellen Weihnachtskollekte der rund 14.000 evangelischen Gemeinden in Deutschland stehen "Brot für die Welt" den Angaben zufolge jährlich etwa 57 Millionen Euro zur Verfügung. Mit den Spenden werden etwa 2.000 Projekte weltweit unterstützt.

Meldungen

Top Meldung
Bedford-Strohm im Münchner Presseclub
Nicht Furcht, sondern Kraft, Liebe und Besonnenheit sind für Heinrich Bedford-Strohm seine Maxime auf dem Weg durch die Corona-Zeit. Im Münchner Presseclub erzählte der Landesbischof, wie die Kirche aus seiner Sicht bisher durch die Pandemie kommt.