Kirchliche Aktivisten dringen auf stärkere "friedenslogische Politik"

Friedenstaube

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Kirchliche Aktivisten dringen auf stärkere "friedenslogische Politik"
Kirchliche Friedensaktivisten dringen auf eine Neubestimmung der protestantischen Friedensethik. Am Rande der EKD-Synode übergaben sie einen entsprechenden Appell an das Präsidium der Synode.

In einem sogenannten Karlsruher Aufruf fordern sie von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) eine klare Absage an die Bereithaltung, Androhung und Anwendung militärischer Gewalt. In dem am Montag am Rande der EKD-Synode an das Präsidium des Kirchenparlaments übergebenen Appell heißt es, die evangelische Kirche möge sich für einen friedenspolitischen Wandel engagieren: weg von einer auf militärischer Stärke basierenden Sicherheitslogik hin zu einer "friedenslogischen Politik, die auf gewaltfreie Konfliktbearbeitung und eine gerechte Weltwirtschaftsordnung setzt".

Der maßgeblich von Mitgliedern der badischen Landeskirche angestoßene Appell an das Kirchenparlament zielt auf eine Überarbeitung der EKD-Friedensdenkschrift aus dem Jahr 2007. Darin plädiert die EKD für nachhaltige Friedenssicherung, die gewaltfreier Konfliktregelung eindeutigen Vorrang gibt, aber militärisches Eingreifen als äußerstes Mittel in einem eng begrenzten Rahmen nicht ausschließt. Diese Position entfalte "keinerlei kriegsverhindernde Wirkung", heißt es in einem Schreiben des Forums Friedensethik in der evangelischen Landeskirche in Baden an das Synodenpräsidium. Im Gegenteil nehme die deutsche Beteiligung an internationalen Militäreinsätzen zu, und auch die Rüstungsausgaben stiegen.

Die EKD brauche ein "klares friedensethisches Leitbild zur Überwindung des Krieges", heißt es im Karlsruher Aufruf, der nach Angaben der Initiatoren von mehr als 2.700 Menschen unterstützt wird.

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