ARD prägt deutschen Meinungsmarkt

Der Meinungsmarkt in Deutschland wird stark von den Angeboten der ARD geprägt. Wie aus dem am Dienstag in Berlin vorgestellten Medienvielfaltsmonitor der Medienanstalten hervorgeht, ist der Anteil des Senders allerdings im ersten Halbjahr 2016 leicht auf 21,8 Prozent gesunken.

Drei Jahre zuvor seien es noch 22,6 Prozent gewesen. An zweiter Stelle folgte Bertelsmann mit 12,1 Prozent vor Springer mit 7,9 Prozent.

Insgesamt sei die Meinungsmacht der 15 einflussreichsten Medienhäuser in den vergangenen drei Jahren um mehr als drei Prozentpunkte auf 76,2 Prozent gesunken. Ursache dafür sind nach Angaben der Medienanstalten sinkende Reichweiten im TV- und Printmarkt. Nur das ZDF (7,8 Prozent), Burda (2,9 Prozent) und die Funke Mediengruppe (2,4 Prozent) erhöhten ihren Einfluss um jeweils rund 0,5 Prozentpunte leicht.

Fernsehen noch vor Internet

Der Medienvielfaltsmonitor wurde von der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) entwickelt. Er ermittelt anhand der Reichweiten von AGF/GfK, agma und Nielsen die Nutzer-Marktanteile in den Mediengattungen Fernsehen, Radio, Print und Online. Im Anschluss werden diese Marktanteile unter Verwendung des empirisch ermittelten Gewichts der jeweiligen Mediengattung für die Meinungsbildung miteinander verrechnet.

Der Einfluss des Internets auf die Meinungsbildung ist der Auswertung zufolge im ersten Halbjahr 2016 um 0,7 Prozentpunkte auf 22,3 Prozent gestiegen. Das Fernsehen sei mit 35,7 Prozent aber weiterhin deutlich das meinungsmächtigste Medium. Die Tageszeitungen liegen mit 20,7 Prozent weiter auf Platz drei und haben sich stabilisiert. Der Anteil des Radios am Meinungsbildungsgewicht ist auf 18,7 Prozent gesunken. Die Zeitschriften liegen bei 2,6 Prozent.

Ausgleich über Onlineangebote

Bei den 14- bis 29-Jährigen zeigt sich nach Angaben der Medienanstalten ein anderes Bild: In der jungen Altersgruppe hat das Internet mit 46 Prozent das höchste Meinungsbildungsgewicht. Es folgen das TV mit 24,8 Prozent und der Hörfunk mit 17,6 Prozent. Tageszeitungen und Zeitschriften haben mit 9,8 Prozent sowie 1,8 Prozent deutlich weniger Einfluss. Mit ihren Online-Angeboten haben diese Medien allerdings inzwischen eine führende Position, wenn es um Information im Internet geht. Zeitungen und Zeitschriften gelinge es zunehmend, Einbußen bei traditionellen Printmedien über ihre Onlineangebote auszugleichen, heißt es in dem Medienvielfaltsmonitor.