Zahl der Cholera-Toten auf Haiti nimmt rapide zu

Zahl der Cholera-Toten auf Haiti nimmt rapide zu
Die Cholera breitet sich auf Haiti immer weiter aus. Allein im Süden des Landes starben nach Regierungsangaben bereits 20 Menschen an der Durchfallerkrankung, wie Radio Métropole Haiti am Mittwochabend (Ortszeit) berichtete.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht von mehr als 200 Verdachtsfällen. Die Dunkelziffer dürfte höher sein, weil mehrere Regionen kaum zugänglich sind. Wegen des Hurrikans "Matthew" haben Hunderttausende Haitianer kein sauberes Trinkwasser. Die Infektionskrankheit verbreitet sich über verunreinigtes Wasser.

Die WHO rief die Helfer auf, vorrangig Trinkwasser und Tabletten zum Aufbereiten von Wasser zu verteilen. In dem ärmsten Land Lateinamerikas herrscht die Angst vor einer Ausbreitung der Seuche wie 2010 nach einem verheerenden Erdbeben. Damals starben etwa 8.000 Menschen an Cholera.

Anhaltende Überflutungen

Nach offiziellen Zahlen sind bei dem Wirbelsturm in der vergangenen Woche 433 Menschen ums Leben gekommen. Hilfsorganisationen gehen aber von einer weitaus höheren Zahl von etwa 1.000 Toten aus. Inzwischen haben zahlreiche Lieferungen mit Lebensmitteln und Medikamenten das Land erreicht. Der Zugang zu den am stärksten verwüsteten Gebieten ist aber wegen zerstörter Straßen und anhaltender Überflutungen schwer. Einige Regionen im Süden des Landes sind weiterhin nur aus der Luft zu erreichen.

Die Vereinten Nationen sprachen von einer akuten Notlage für rund 1,4 Millionen Menschen. Generalsekretär Ban Ki Moon forderte eine Soforthilfe von 110 Millionen Euro für die kommenden drei Monate. Außerdem droht Haiti in den kommenden Monaten eine Hungersnot: In den am meisten betroffenen Regionen sind bis zu 80 Prozent der Ernte verloren.

Angesichts der schwierigen Lage auf der Karibikinsel sprach sich die UN-Gesandte Sandra Honoré für eine Verlängerung der UN-Militärmission Minustah um weitere sechs Monate aus. Durch die Folgen des Hurrikans sei auch die politische Stabilität des Landes gefährdet, erklärte sie. Der Verbleib der 6.000 Blauhelm-Soldaten sei deshalb nötiger denn je. Die für den vergangenen Sonntag angesetzten Präsidentschafts- und Parlamentswahlen mussten verschoben werden. Einen neuen Termin gibt es noch nicht.

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