Bibelgesellschaft: Niemand liest die Bibel nur digital

Bibelgesellschaft: Niemand liest die Bibel nur digital
Obwohl immer mehr Menschen auf digitale Versionen zugreifen, bleibt die gedruckte Bibel nach Einschätzung der Deutschen Bibelgesellschaft das Leitmedium. "Die Online-Präsenz der Bibel ist sehr wichtig, weil viele Menschen Bibelstellen mittlerweile im Internet nachschlagen", sagte der Generalsekretär der Bibelgesellschaft, Christoph Rösel, der evangelischen Monatszeitschrift "zeitzeichen" (Oktober-Ausgabe).

Doch alle elektronischen Ausgaben würden nur als zusätzliches Angebot genutzt. "Alle uns zugänglichem Umfragen ergaben, dass niemand, der die Bibel liest, sie nur digital liest."

Die Revision der Lutherbibel, die im Oktober erscheint, habe eine Startauflage von 260.000 Exemplaren. "Aber wir hoffen, dass wir bereits 2017 nachdrucken müssen", sagte Rösel. Neue Lesergruppen erschließen neue Bibelübersetzungen nach seiner Einschätzung eher nicht: "Im Moment ist es wahrscheinlicher, dass sich jemand die vierte oder fünfte Bibel kauft, als dass man einen Erstleser gewinnt."

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Laut Statistiken aus dem Buchhandel würden Lutherbibel und Einheitsübersetzung am meisten und ungefähr gleich oft verkauft, sagte Rösel: "Die 'Gute Nachricht', also die Bibel in heutigem Deutsch, liegt ziemlich klar an dritter Stelle."

In diesem Jahr erscheinen überarbeitete Übersetzungen sowohl der Lutherbibel als auch der Einheitsübersetzung. Revisionen des Luthertextes erschienen seit der Mitte des 19. Jahrhunderts, zuletzt 1984. Die "Revision 2017" wird diesen Text als maßgebliche Bibelversion der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ersetzen. Die überarbeitete Ausgabe der Einheitsübersetzung der Bibel, die in den katholischen deutschsprachigen Bistümern verbindlich ist, soll wenige Wochen später erscheinen. An der Einheitsübersetzung von 1979 hatte auch die EKD mitgearbeitet, das Projekt aber 2005 verlassen.