Olympiapfarrer: Athleten sollen an Zeit nach dem Sport denken

Olympiapfarrer Thomas Weber

Foto: epd/Friedrich Stark

Olympiapfarrer Thomas Weber

Olympiapfarrer: Athleten sollen an Zeit nach dem Sport denken
Der evangelische Olympiapfarrer Thomas Weber rät den deutschen Athletinnen und Athletinnen dazu, sich neben dem Sport noch ein zweites Standbein aufzubauen.

Mit den Sportlern in Rio spreche er unter vier Augen viel über das Thema Familie und wie es nach dem Sport weitergehen soll, sagte der Seelsorger am Donnerstag im ZDF. Es sei wichtig, dass "Athleten Momente der Auszeit haben, um darüber nachzudenken, was sie erreicht haben und was wirklich wichtig ist in ihrem Leben."

Der Tod von Kanutrainer Stefan Henze, der diese Woche nach einem Autounfall in Rio verstorben war, habe vielen im deutschen Olympia-Team vor Augen geführt, was wirklich zählt. "In dem Moment steht der Sport für einen Moment still", sagte Weber. "Wir wünschen den Angehörigen viel Kraft."



Es stimme ihn nachdenklich, wenn bei den Olympischen Spielen die Rede von ewigen Bestenlisten sei. "Nirgendwo ist Ruhm so vergänglich wie im Sport." Dennoch seien es auch für ihn besondere Olympische Momente, wenn er in die glücklichen Gesichter erfolgreicher Athleten blicke, von denen die Spannung abfällt. Es gebe Gottesdienste, an die er sich gerne erinnere, weil vor ihm strahlende Goldmedaillengewinner saßen.

Weber spricht mit den deutschen Olympia-Teilnehmern auch über das Thema Doping. Viele Athleten machten sich darüber Gedanken, dass ihre Konkurrenten möglicherweise mit unfairen Mitteln ihre Leistung verbessern, während sie sauber seien. "Das Thema darf nicht unter den Tisch gekehrt werden und muss offen angesprochen werden", forderte der evangelische Pfarrer aus Westfalen. Nach seiner Zeit in Rio freue er sich schon wieder auf die Gemeindearbeit in Gevelsberg, die er mit Leib und Seele mache. Weber ist seit zehn Jahren Olympiapfarrer des deutschen Teams.

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