Menschenrechtler sehen Ureinwohner in Brasilien bedroht

Menschenrechtler sehen Ureinwohner in Brasilien bedroht
Kurz vor Beginn der Olympischen Sommerspiele in Brasilien haben Menschenrechtler auf die Situation der indigenen Völker in dem südamerikanischen Land aufmerksam gemacht. Ihre Existenzgrundlage sei bedroht.

"Viele Indigene können mit dem Olympischen Feuer wenig anfangen, denn in ihren Gebieten herrscht zerstörerische Goldgräberstimmung", sagte Yvonne Bangert von der Gesellschaft für bedrohte Völker am Donnerstag in Göttingen. Mehr als ein Drittel der fast 700 indigenen Territorien in Brasilien sei akut durch Landraub und Wirtschaftsinteressen bedroht. Neue Gesetzes- und Verfassungsänderungen, vorangetrieben von Lobbyisten der Agrar-, Bergbau- und Energiewirtschaft, stellten den Schutz dieser Gebiete infrage und bedrohten damit die Existenzgrundlage der Ureinwohner.

Eigenes Land überlebensnotwendig

"Indigene Menschenrechtler befürchten, dass dann keine weiteren Schutzgebiete anerkannt und neue Antragsverfahren nicht mehr zugelassen werden", sagte Bangert. Auch bereits geschützte indigene Gebiete könnten wieder infrage gestellt werden, um Naturschätze ausbeuten zu können. Dabei sei eigenes Land für die indigenen Gemeinschaften überlebensnotwendig.

Die Rohstoffreserven in den indigenen Gebieten weckten Begehrlichkeiten. Schon jetzt würden Verfahren zur Anerkennung von Reservaten und ihre wirksame Absicherung absichtlich verzögert, kritisierte die Menschenrechtsorganisation. Auch gigantische Wasserkraftprojekte wie der Belo-Monte-Staudamm am Rio Xingu oder der Staudämmekomplex am Rio Tapajós vertrieben die Anwohner der Flussufer und vernichteten ihre Existenz.