Studie: Junge Leute nutzen weniger Nachrichten

Studie: Junge Leute nutzen weniger Nachrichten
Das Fernsehen bleibt einer Studie zufolge weiter für die meisten die wichtigste Nachrichtenquelle. Die jungen Deutschen konsumieren demnach weniger Nachrichten - und das unabhängig vom Medium.

Das Interesse junger Leute an Nachrichten geht offenbar zurück. Wie das Hans-Bredow-Institut in Hamburg am Mittwoch mitteilte, kommt die neue Vergleichsstudie "Reuters Institute Digital News Report" zu diesem Ergebnis. Die 18- bis 24-Jährigen Deutschen konsumieren demnach weniger Nachrichten, egal ob im Fernsehen, im Radio, in der Zeitung oder im Internet. Auch sank die Zahl der an Nachrichten "sehr" oder "überaus" interessierten Bürger insgesamt: Sie lag im Vorjahr bei 74,5 Prozent, jetzt liegt sie bei 71 Prozent.

Das Hans-Bredow-Institut untersucht im Auftrag des Reuters Institute for the Study of Journalism (Oxford) jährlich die Nachrichtennutzung in Deutschland. Dazu wurden den Angaben zufolge im laufenden Jahr rund 2.000 Bürger befragt. Die Ergebnisse fließen in den internationalen Nachrichtenreport ein, den das Reuters Institute seit 2012 veröffentlicht.

84 Prozent informieren sich täglich

Am stärksten ging der Studie zufolge die Fernsehnachrichtennutzung junger Menschen zurück: So verfolgt von den 18- bis 14-Jährigen derzeit noch gut die Hälfte TV-Nachrichten (54 Prozent statt 72 Prozent im Vorjahr). Im Radio sind es 33 Prozent (2015: 40 Prozent), bei den Printmedien noch 26 Prozent (2015: 34 Prozent). Auch im Internet klickten junge Nutzer weniger News an: ihre Zahl sank von 79 Prozent im Vorjahr auf nunmehr 75 Prozent. Etwa jeder Fünfte (21 Prozent) bezieht Nachrichten ausschließlich aus dem Internet; darunter sind acht Prozent, die Nachrichten nur in sozialen Medien nutzen.

Insgesamt bleibt allerdings das Fernsehen die wichtigste Nachrichtenquelle. Etwa die Hälfte der befragten Internetnutzer ab 18 Jahren (51 Prozent) gaben das TV als wichtigste Informationsquelle an, für ein Viertel ist es das Internet (26 Prozent). Im internationalen Vergleich von 26 Ländern sei Deutschland damit das Land mit dem geringsten Anteil an Bürgern, für die das Web die bedeutendste Nachrichtenquelle darstelle, erklärte das Bredow-Institut. In der Altersgruppe ab 35 Jahren dominiere in Deutschland das Fernsehen als Nachrichtenquelle.

Knapp 94 Prozent aller Befragten gaben zudem an, Nachrichten mehrmals pro Woche zu nutzen (Vorjahr: 97 Prozent); 84 Prozent tun dies täglich. Am meisten interessiert waren sie demnach an lokalen oder regionalen Nachrichten, an internationalen sowie politischen Nachrichten und solchen über Kriminalität, Sicherheit, Justiz und Umwelt.

News aus den sozialen Netzwerken

Vermehrt werden der Studie zufolge auch in Deutschland Smartphone und soziale Medien genutzt, um sich über aktuelle Nachrichten auf dem Laufenden zu halten: 40 Prozent der deutschen Onliner verwenden ein Smartphone, wobei für die 18- bis 34-Jährigen das Smartphone das am weitesten verbreitete Gerät zur Nutzung von Online-Nachrichten ist. Vor zwei Jahren nutzen lediglich 34 Prozent ein Mobiltelefon für Nachrichten. 57 Prozent der Internetnutzer verwenden regelmäßig den Computer zum Nachrichtenkonsum.

Über soziale Netzwerken wird jeder fünfte erwachsene Internetnutzer auf journalistische Artikel aufmerksam. Facebook ist dabei mit 27 Prozent die am meisten genutzte Quelle.