Bischof Bode will mehr Einfluss von Frauen in katholischer Kirche

Bischof Bode will mehr Einfluss von Frauen in katholischer Kirche
Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode hat mehr Einfluss von Frauen in der katholischen Kirche verlangt.

"Es ist wichtig, dass bei Themen wie der ,Pille danach' Frauen mitdiskutieren", sagte er am Samstag beim Katholikentag in Leipzig. "Es ist lächerlich, wenn wir nur als Männer darüber in der Bischofskonferenz diskutieren." Schon in der Vergangenheit habe sich die Bedeutung der Sicht von Frauen für die katholische Kirche gezeigt.

"Es war wichtig, dass bei uns bei den Missbrauchsfällen im Jahr 2010 Frauen mitdiskutiert haben und einen anderen Blick darauf hatten", sagte Bode. Der Bischof begrüßte die Ankündigung von Papst Franziskus, eine Studienkommission zum Diakonat der Frau einsetzen zu wollen. "Ich bin dankbar dafür, dass der Papst so deutlich gesagt hat, dass er das Thema Frauen in der Kirche klären lassen will."

Mehr zu Katholikentag, Frauen
Trinitatiskirche in Warschau
Als eine der letzten lutherischen Kirchen in Europa hat sich die Evangelisch-Augsburgische Kirche in Polen für die Ordination von Frauen zu Pfarrerinnen entschieden. Das eröffnet jungen Theologinnen neue Zukunftsperspektiven.
Katholische Gemeindeleiterin darf predigen und Eucharistiefeiern halten
Sie ist Personal- und Finanzchefin, Bauleiterin und Koordinatorin in ihrer Kirchengemeinde. Sie predigt und beerdigt Verstorbene. Doch die Priesterweihe bleibt Christine Hölscher verwehrt. Diese Diskriminierung von Frauen schmerzt sie.


Der Bischof sprach sich außerdem dafür aus, die Rolle der Priester und des Diakonats in der katholischen Kirche neu zu überdenken. "Das Wichtigste ist, Macht und Leitung neu zu organisieren", sagte Bode und ergänzte: "Verantwortung muss nicht an Weihe gebunden sein." Der Priester sei nicht der oberste Manager der Gemeinde, er müsse Verantwortung abgeben. "Die Nichtgeweihten sind nicht die verlängerten Arme der Geweihten."