Kirchen und DGB in Bayern fordern mehr Sonntagsschutz

Kirchen und DGB in Bayern fordern mehr Sonntagsschutz
Die beiden großen Kirchen und der Deutsche Gewerkschaftsbund Bayern warnen vor einer Aushöhlung des Sonntagsschutzes und fordern Solidarität mit Flüchtlingen.

Immer mehr Beschäftigte müssten auch an Sonn- und Feiertagen arbeiten, teilten die bayerische evangelische Landeskirche, das Erzbistum München und der DGB Bayern am Donnerstag mit Blick auf den Tag der Arbeit am kommenden Sonntag (1. Mai) gemeinsam mit. "Damit verlieren jedoch die Sonn- und Feiertage ihren durch unser Grundgesetz und die Bayerische Verfassung geschützten Charakter als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erbauung."

Zunehmende Digitalisierung, ständige Erreichbarkeit und permanente Betriebsamkeit von Unternehmen heben die Grenzen zwischen Arbeits- und arbeitsfreien Zeiten auf, kritisierten die Kirchen und die Gewerkschaft in ihrer gemeinsamen Erklärung. Man appelliere daher an die Politik, die zuständigen Aufsichtsbehörden und die Arbeitgeber, diesem Trend entgegenzuwirken. Ausnahmen vom Sonntagsschutz dürfe es nur in begründeten Einzelfällen geben. Man wende sich "energisch gegen eine vollständige Ökonomisierung aller Lebensbereiche".

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Der Zugang zur Mittelschicht hat sich laut einer aktuellen Studie in Deutschland deutlich verschlechtert. Obwohl die deutsche Wirtschaft gewachsen und die Arbeitslosigkeit gesunken sei, nehme dort das Armutsrisiko zu, warnen die Studienautoren.


In ihrer Erklärung gehen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, der Münchner Kardinal Reinhard Marx und der Vorsitzende des DGB Bayern, Matthias Jena, auch auf die aktuelle Flüchtlingssituation ein. "Wir setzen uns gemeinsam ein für ein friedliches und respektvolles Miteinander." Die Kirchen und die Gewerkschaften seien aktive und vielfältig involvierte Bündnispartner bei der Integration von Flüchtlingen. Jeder Schutzsuchende in Deutschland müsse Anspruch haben auf ein rechtsstaatliches Verfahren und eine menschenwürdige Behandlung.

Auch denjenigen Flüchtlingen ohne Bleibeperspektive müsse mit Empathie und mit Respekt begegnet werden, mahnten die Unterzeichner.
Sorge bereiteten rechtspopulistische und rechtsextreme Gruppierungen, die Feindseligkeiten gegenüber Flüchtlingen schürten und die freiheitlich-demokratische Grundordnung infrage stellten. "Jeder Form von Hass, Rassismus Beleidigung oder Gewalt treten wir mit Entschiedenheit entgegen", betonten die Kirchen und der DGB.