Gedenken an Tschernobyl-Katastrophe

Gedenken an Tschernobyl-Katastrophe
Am 30. Jahrestag der Reaktorexplosion ist am Dienstag in der Ukraine an die bislang größte Katastrophe in der zivilen Nutzung der Kernkraft erinnert worden.

Mit einer Schweigeminute und in Gottesdiensten unter anderem in der Stadt Slawutitsch in der Nähe des Unglücksortes wurde der Toten gedacht. Präsident Petro Poroschenko legte am Denkmal für die Tschernobyl-Opfer in Kiew einen Kranz nieder.

Bei dem Super-GAU in der Nacht zum 26. April 1986 kam es zur Kernschmelze und zu einer gewaltigen Explosion im Block 4 des Kernkraftwerks. Ausgelöst wurde der Unfall durch ein fehlgeschlagenes Experiment und gravierende Konstruktionsmängel. Mehrere Tonnen radioaktives Material wurden freigesetzt. Die Zahl der Toten und die gesundheitlichen Langzeitfolgen durch die freigesetzte radioaktive Strahlung sind umstritten. Die Weltgesundheitsorganisation geht von rund 8.000 Toten aus.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) lobte am Jahrestag der Katastrophe die internationale Hilfe. Die Gemeinschaft aus 45 Ländern tue viel, sagte Hendricks im Bayerischen Rundfunk. Deutschland beteilige sich mit fast 140 Millionen Euro an den Kosten für den sogenannten Sarkophag in Höhe von zwei Milliarden Euro, sagte die Ministerin, die im März das Kraftwerksgelände in der Ukraine besucht und sich über den Baufortschritt informiert hatte.



Der neue Sarkophag werde voraussichtlich im November über die alte Abschirmung geschoben, die nicht mehr tragfähig sei, sagte Hendricks. Vom alten Sarkophag habe man gewusst, dass er nur maximal 20 bis 30 Jahre halten würde. Die Ministerin würdigte ausdrücklich die Arbeit von privaten Initiativen, die sich seit 30 Jahren um die Gesundheitsversorgung der betroffenen Menschen in der Region kümmerten.

Der ehemalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer (CDU) sieht die Reaktorkatastrophe rückblickend als Impuls für eine Neuausrichtung der Energiepolitik. "Es war wichtig, durch Tschernobyl auch einen anderen Blick auf die Technik zu lenken und zu fragen, ob es nicht andere Möglichkeiten gibt, Strom zu erzeugen", sagte Töpfer dem Sender hr-iNFO.

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