Patricia Schlesinger wird neue RBB-Intendantin

Patricia Schlesinger wird neue RBB-Intendantin
Sie wurde im sechsten Wahlgang gewählt: Patricia Schlesinger wird neue Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB). Sie folgt auf Dagmar Reim, die das Amt seit der Gründung des Senders 2003 inne hatte.

Die Fernsehjournalistin Patricia Schlesinger wird neue Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB). Der Rundfunkrat wählte die 54-jährige NDR-Programmbereichsleiterin für Kultur und Dokumentation am Donnerstagabend in Potsdam zur Nachfolgerin von Dagmar Reim (64), die ihr Amt Ende Juni aus privaten Gründen vorzeitig aufgibt. Schlesinger setzte sich im sechsten Wahlgang gegen den Leiter des ZDF-Studios in Paris, Theo Koll, durch und übernimmt die Leitung des Senders am 1. Juli.

Schlesinger: Umfangreiches Konzept präsentiert

Sie sehe der neuen Aufgabe mit großer Spannung und großer Freude entgegen, sagte Schlesinger nach der Wahl, die sich über fünf Stunden hinzog. Ihr Ziel sei, dass der RBB "noch stärker" und das Programm "noch besser" werde. Sie habe dem Rundfunkrat ein umfangreiches Konzept für die Zwei-Länder-Anstalt präsentiert, werde jedoch vor ihrem Amtseintritt keine Details nennen, betonte die künftige Intendantin: "Es gibt noch eine gute Intendantin."

Dagmar Reim war seit der Gründung des Senders 2003 RBB-Intendantin und erste Frau im Leitungsamt einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt in Deutschland. Für die Wahl war eine Zwei-Drittel-Mehrheit des Rundfunkrats erforderlich, das heißt mindestens 20 Stimmen. Für die Zahl der Wahlgänge gibt es keine Regularien, darüber entscheidet der Rundfunkrat nach Angaben von RBB-Sprecher Justus Demmer während der laufenden Sitzung.

Die Rundfunkratsvorsitzende Friederike von Kirchbach nannte die Wahl Schlesingers eine gute Nachricht für den RBB. "Sie steht für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der RBB kann sich auf eine versierte Medien-Managerin und profilierte Journalistin an seiner Spitze freuen", fügte die Theologin von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz hinzu.

1.900 Beschäftigte

Der RBB hat rund 1.900 Beschäftigte, jeder Fünfte davon arbeitet Teilzeit. Der Marktanteil des Fernsehprogramms lag 2014 in der Region Berlin-Brandenburg bei 6,2 Prozent. Damit lag der RBB dort hinter ZDF (12,9 Prozent), ARD (11,2 Prozent), RTL (10 Prozent) und Sat.1 (9,7 Prozent) auf Platz fünf. Beliebteste TV-Sendungen sind die Regionalmagazine "Abendschau" in Berlin und "Brandenburg aktuell". Die Amtzeit der Intendanz beträgt fünf Jahre. Der Sender zahlte seiner Intendantin Dagmar Reim zuletzt ein Jahresgehalt von rund 258.000 Euro.

Dem Rundfunkrat der Zwei-Länder-Anstalt gehören 29 Vertreter unter anderem von Verbänden und Religionsgemeinschaften sowie des Berliner Abgeordnetenhauses und des brandenburgischen Landtags an. Der Rundfunkrat ist neben dem Verwaltungsrat eines der beiden Kontrollorgane des Senders. Er überwacht die Einhaltung des im RBB-Staatsvertrag festgelegten Auftrags und berät die Intendantin in allgemeinen Angebotsangelegenheiten.