Potsdamer Schlösserstiftung geht gegen "Pogida" vor

Potsdamer Schlösserstiftung geht gegen "Pogida" vor
Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten wehrt sich gegen die Verwendung eines Sanssouci-Fotos durch den Potsdamer "Pegida"-Nachahmer "Pogida". Stiftungssprecher Frank Kallensee sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Donnerstag in Potsdam, die Werbung für den vierten "Pogida"-Aufmarsch in diesem Jahr am Mittwochabend sei ein klarer Verstoß gegen die Foto-Richtlinien der Stiftung und gegen deren Verpflichtung zu politischer Neutralität.

Werbung für Parteien mit Fotos von Schlössern und Gärten der Stiftung sei nicht zulässig.

Das juristische Vorgehen der Stiftung gegen "Pogida"-Anmelder Christian Müller gestalte sich jedoch schwierig, sagte Kallensee weiter. Eine Unterlassungsaufforderung der Stiftung habe bisher nicht zugestellt werden können, weil seine Adresse nicht bekannt sei.

Facebook-Seite mit Sanssouci-Foto nicht mehr öffentlich

Inzwischen hat "Pogida" offenbar nach der Androhung rechtlicher Schritte durch die Stiftung einen Rückzieher gemacht. Die mehrfach dokumentierte Facebook-Seite von "Pogida" mit einem Foto von Schloss Sanssouci war am Donnerstag nicht mehr öffentlich zugänglich.

Am vierten "Pogida"-Aufmarsch am Mittwochabend hatten nach Medienberichten rund 150 Personen teilgenommen. Gegen die Veranstaltung im Stadtteil Schlaatz protestierten rund 400 Menschen, aufgerufen hatte unter anderem das Bündnis "Potsdam bekennt Farbe". Die Polizei war nach eigenen Angaben mit rund 1.000 Beamten im Einsatz. Die Auflage für "Pogida", sich in der Nähe eines Flüchtlingsheims ruhig zu verhalten, sei eingehalten worden, hieß es bei der Polizei.

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