Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden hält an Willkommenskultur fest

Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden hält an Willkommenskultur fest
Die Leitung des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) will weiterhin unbeirrt an der Seite von Flüchtlingen stehen.

In ihrer am Donnerstagabend veröffentlichten Stellungnahme weisen Präsidium und Bundesgeschäftsführung "alle Versuche zurück, aus dem schrecklichen Attentat von Paris politisch Kapital zu schlagen und die Flüchtlingsfrage damit zu vermischen". Man dürfe Opfer nicht wie Täter behandeln, denn schließlich seien viele Flüchtlinge "gerade deshalb aus ihren Ländern geflohen, weil dort im Namen des Islam Krieg geführt oder totalitäre Gewalt ausgeübt" werde.

Auch auf die Furcht vor einer möglichen Islamisierung der Gesellschaft gingen Präsidium und Bundesgeschäftsführung des BEFG ein: Ängste würden auch durch einzelne Predigten geschürt. "Wir wenden uns gegen unsachliche Darstellungen, religiöse Verallgemeinerungen, aus dem Zusammenhang gerissene und deshalb irreführende theologische Aussagen sowie unverantwortliche Panikmache im Blick auf die muslimischen Flüchtlinge", heißt es in der Stellungnahme. Eine wachsende Zahl muslimischer Mitbürger werde die Gesellschaft verändern. Doch Baptisten stünden für Religionsfreiheit. So habe Julius Köbner, einer der Gründerväter des deutschen Baptismus, bereits 1848 religiöse Freiheit "in völlig gleichem Maße für Alle" gefordert, "seien sie Christen, Juden, Muhamedaner oder was sonst".

Darüber hinaus würdigt die Leitung des BEFG den Einsatz ihrer Gemeinden in der Flüchtlingshilfe. Prioritäten müssten neu gesetzt und und die Terminkalender der Gemeinden vorübergehend neu gestaltet werden. Ziel sei, dass der Einsatz für Flüchtlinge "so gut wie möglich in das normale Gemeindeleben integriert" werde.

Zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden gehören 673 Baptisten- und 128 Brüdergemeinden mit insgesamt etwa 82.000 Mitgliedern.

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