Studie: Die meisten Konfessionslosen im Osten sind zufrieden

Studie: Die meisten Konfessionslosen im Osten sind zufrieden
Die große Mehrheit der Konfessionslosen im Osten von Berlin ist offenbar mit ihrem Leben zufrieden. Im "Zufriedenheits-Ranking" innerhalb dieser Gruppe ständen die überzeugten Atheisten noch über den religiös Gleichgültigen, teilte das Sozialwissenschaftliche Institut der EKD mit.

"Offensichtlich lebt es sich gut auch ohne Religion", sagte Petra-Angela Ahrens, die die Studie zu "Werthaltungen und Lebensorientierungen von Konfessionslosen" leitet.

Die Hälfte der rund 1.000 befragten volljährigen Konfessionslosen stufen sich als überzeugt atheistisch ein, ein gutes Viertel als indifferent, zwölf Prozent glaubten an "ein höheres Wesen", ohne sich religiös zu fühlen. Gut zehn Prozent bezeichneten sich als "etwas religiös", heißt es in der Studie. Befragt wurden Konfessionslose in persönlichen Interviews im Kirchenkreis Lichtenberg-Oberspree, der den Auftrag gegeben hatte. Dazu gehört auch der Bezirk Marzahn-Hellersdorf, laut Sozialwissenschaftlichem Institut eine der Gegenden "mit den niedrigsten Anteilen von Kirchenmitgliedern überhaupt".

Da die überzeugten Atheisten im Schnitt 53 Jahre alt sind, die Indifferenten im Schnitt 43 und die etwas Religiösen unter 30 sind, schließt Ahrens, "dass die aktuelle Mehrheit der überzeugten Atheisten im östlichen Bundesgebiet abschmelzen wird, während die religiöse Indifferenz zu wachsen scheint".

Dezidierte Gegnerschaft zur Kirche nimmt ab

Zugleich habe die Studie bestätigt, "dass die dezidierte Gegnerschaft zur Kirche abnimmt", sagte der Direktor des Instituts, Gerhard Wegner. Den Kontakt zur evangelischen Kirche schildern laut Studie drei Viertel der Befragten positiv. Sie hätten Kirchen besichtigt, Pastoren gesprochen, Weihnachtsgottesdienste oder Konzerte besucht. Die örtliche Kirchengemeinde sei zwar weitgehend unbekannt, ein knappes Drittel könne sich aber vorstellen, deren Angebote zu nutzen.

Im Mittelpunkt der Befragungen hätten nicht die möglichen Defizite der Konfessionslosen gestanden, sondern ihre Stärken und ihr Lebensgefühl, sagte SI-Pressesprecherin Renate Giesler dem Evangelischen Pressedienst (epd). So sei zum Beispiel deutlich geworden, dass für die Befragten in Gegenden mit hoher Arbeitslosigkeit dennoch Krankheiten und Schicksalsschläge in der Familie eine größere Rolle spielten als die Arbeitslosigkeit.

Über die Ergebnisse dieser Studie und anderer Untersuchungen zu Menschen ohne Konfession wird noch bis Freitag in Berlin auf der Jahrestagung des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD diskutiert. Nach Institutsangaben gilt etwa ein Drittel der Deutschen als konfessionslos. Sie gehörten keiner christlichen Kirche und keiner anderen Religion an. Der Anteil sei dominant im Osten Deutschlands, wachse aber auch im Westen.

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