Alternativer Nobelpreis für die Marshallinseln

Alternativer Nobelpreis für die Marshallinseln
Auch Aktivisten in Uganda, Italien und Kanada werden ausgezeichnet
Die Alternativen Nobelpreise gehen in diesem Jahr an Menschenrechts- und Umweltaktivisten in Uganda, Kanada und Italien - sowie an die Marshallinseln und deren Außenminister Tony de Brum. Die Right-Livelihood-Stiftung würdigt mit dem Ehrenpreis den Mut der Inselbewohner im Pazifik beim Einsatz gegen Atomwaffen, wie am Donnerstag in Stockholm mitgeteilt wurde.

Drei Preisträger teilen sich das Preisgeld in Höhe von umgerechnet 320.000 Euro: Die Uganderin Kasha Jacqueline Nabagesera wird ausgezeichnet, weil sie sich trotz massiver Drohungen für die Rechte von Homosexuellen einsetzt. Der Preis geht auch an die kanadische Inuit-Aktivistin Sheila Watt-Cloutier und den italienischen Chirurgen Gino Strada, der sich für die Versorgung von Kriegsopfern engagiert.

"Die vier Preisträger tun nicht weniger, als für unsere Grundrechte zu kämpfen", erklärte der Stiftungsdirektor Ole von Uexküll. Er nannte unter anderem "das Recht aller Bürger auf ein Leben frei von Krieg und Klimachaos". An den Schauplätzen globaler Krisen oder in Gerichtssälen verteidigten die Preisträger Werte, die vor 70 Jahren zur Gründung der Vereinten Nationen geführt hätten.

Buchhalterin aus Uganda kämpft für Rechte von Schwulen, Lesben und Transsexuellen

Die rund 53.000 Einwohner der Marshallinseln nordöstlich von Australien und ihr Außenminister de Brum versuchen, mit rechtlichen Mitteln gegen die Atommächte vorzugehen, wie die Stiftung erklärte. Der 1945 geborene Politiker de Brum wuchs in einer Zeit auf, da die USA 67 Atomwaffentests in seiner Region unternahm. 2014 reichte er als Außenminister Klage gegen neun Atommächte beim Internationalen Gerichtshof ein, um sie zur Abrüstung gemäß dem Atomwaffensperrvertrag zu zwingen.

In Uganda würdigt die Stiftung die 1980 geborene Buchhalterin Nabagesera als eine der mutigsten Menschenrechtlerinnen ihres Landes. Trotz Drohungen, Verhaftungen, Misshandlungen und Einschüchterungen streite sie beharrlich für die Rechte von Schwulen, Lesben und Transsexuellen, erklärte die Jury. In Uganda ist Homosexualität wie in vielen afrikanischen Ländern verboten und wird mit bis zu 14 Jahren Haft geahndet. Immer wieder versuchen Konservative, die Strafen zu verschärfen. Nabagesera erhielt 2013 den Nürnberger Menschenrechtspreis

Die Kanadierin Watt-Cloutier, Jahrgang 1953, wird als erfolgreiche Vorkämpferin für die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Rechte des Inuit-Volkes gewürdigt, dem sie selbst angehört. Besonders engagiert sie sich für den Schutz des Klimas, der Umwelt und der Erdatmosphäre, da die globale Erwärmung und die Luftverschmutzung das Leben in der Arktis bedroht.



Für die medizinische Versorgung von Kriegs- und Minenopfern in Afghanistan, im Sudan, in Pakistan und anderen Ländern wird der italienische Chirurg Strada ausgezeichnet. Der 1948 geborene Arzt und seine inzwischen gestorbene Frau Teresa hätten mit ihrer Organisation "Emergency" mehr als sechs Millionen Menschen eine kostenlose Behandlung verschafft, teilte die Stiftung mit.

Die offiziell "Right Livelihood Awards" genannten Preise werden am 30. November im Schwedischen Reichstag verliehen. Im vergangenen Jahr ging der undotierte Ehrenpreis an den Whistleblower Edward Snowden. Die Auszeichnung war 1980 von dem Deutsch-Schweden Jakob von Uexküll gestiftet worden und wird heute über private Spenden finanziert. Er geht laut Stiftung an Menschen, die beispielhafte Antworten auf die dringendsten globalen Probleme finden und umsetzen.

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