Humanistischer Verband beklagt Benachteiligung nichtreligiöser Menschen

Schild "Sackgasse" vor blauem Himmel.

Foto: imago/Manngold

Der Humanistische Verband Deutschland beklagt eine Benachteiligung nichtreligiöser Menschen in Deutschland und übt harsche Kritik an einer angeblich "privilegierten Stellung" der Kirche. Konfessionslose Bürger würden auf fast allen Ebenen auf eine "gläserne Wand" stoßen, heißt es in einem gleichnamigen Bericht, der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde.

Wer in Deutschland nicht Mitglied in einer Kirche oder einer anderen traditionellen religiösen Glaubensgemeinschaft sei, habe oftmals schlechtere Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt, im Bildungssystem, im Gesundheitsbereich, in der Politik, in den Medien und in der öffentlichen Wahrnehmung, heißt es in der etwa 100-seitigen Broschüre.

Der Humanistische Verband fordert insbesondere die Abschaffung der Kirchensteuer. Zu den weiteren Forderungen des Verbandes zählt die Entfernung religiöser Symbole aus Amtsstuben und Schulräumen. Bei Kindertagesstätten müsse die Politik eine ausreichende Trägervielfalt durch die Kommunen und zugleich eine "flächendeckende Versorgung mit Kindertagesstätten mit weltlich-humanistischem pädagogischen Profil" gewährleisten. Konfessionelle staatlich geförderte Schulen sollten nach Anteil an der Bevölkerung in weltliche Schulen in humanistischer Trägerschaft umgewandelt werden.

Auch müsse die Zahl der Kliniken in christlicher Trägerschaft deutlich verringert werden. Außerdem sollte das Unterrichtsfach "Humanistische Lebenskunde" bundesweit ab Klassenstufe 1 an allen öffentlichen Schulen eingeführt werden. Als Beispiel nennt der Verband die Umsetzung eines integrativen Ethikunterrichts nach dem "Berliner Modell". 

Nach Angaben des Verbandes gehören rund 25 Millionen Menschen in Deutschland und damit knapp ein Drittel der Bevölkerung keiner Konfession an. Die große Mehrheit von ihnen sei nicht religiös.